26. März 2009

TAGESRAHMENLEHRSTOFFPLAN

Dieses fantastische Wort hat die Deutsche Wein- und Sommelierschule eigens für ihre Dozenten kreiert. Sie bezeichnet damit den Unterrichtsstoff eines Gesamtthemengebiets, der an einem Unterrichtstag oder in einer Unterrichtseinheit gelehrt werden soll.


Schon daran gedacht, das Wort für die Aufnahme in den Duden anzustellen?

25. März 2009

WEINMARKT WEITERHIN DYNAMISCH


Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) am 19. März 2009 berichtete, wird sich der Weinabsatz bis 2012 durchaus positiv entwickeln. So einer Studie des Marktforschungsbüros IWSR soll der Weinabsatz bis 2012 um 2% zunehmen. Dabei wird vor allem Rosé (16%) zulegen.

Entgegen diesen Trend wird sich, so die Prognose, wohl Rotwein entwickeln, da man hier mit Verkaufseinbussen von bis zu 6 Prozent ausgeht.

Bei Deutschwein versus Importware haben die Gewächse mit Zulaufraten von ca. 5% gegen 0,8% für Importe deutlich die Nase vorn.

Premium legt zu - Das Premiumflaschensegment (Weine mit einem Flaschendurchschnittspreis von ca. 7,80 €) soll um sogar 22% zulegen. Das wäre eine Verdopplung im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2003 bis 2007.

Schlussendlich werden sich ebenfalls die Platzierungen der Konsumländer verschieben. Italien (mit einem Verbrauch von run 3,6 Millarden Flaschen in 2007) überholte bereits Frankreich und Länder wie die Russische Föderation und China werden immer weiter nach vorne schieben und als Absatzmarkt an Bedeutung gewinnen.

Quelle: Lebensmittel Zeitung (LZ NET) vom 19. März 2009
Bitte auf das Bild klicken, um es zu vergößern.



18. März 2009

SAN FRANCISCO (7) - REVISED

Tag 4 (Freitag, 13. März 2009) im Napa Valley. Gleich morgens um 10.00 Uhr Termin bei SHAFER. Angesichts der Uhrzeit müsste man das auf dieser Arbeitsreise als Strafe bezeichnen. Dank der Schönheit des Weinguts und der fantastischen Weine ist es das aber nicht...


Zwar sind die eigentlichen Stars des Weinguts Tucker (Labrador, beige, 10 Jahre alt - und was für ein Kerl) und Tanner (Golden Retriever, beige, 2 Jahre alt, etwas schmaler), aber die Weine können sich ebenfalls mehr als sehen lassen.



Verkostet wurden insgesamt 7 Weine:

1. Chardonnay Red Shoulder Ranch 2007
2. Merlot 2006
3. Merlot 1997 (Library Wine)
4. Cabernet Sauvignon ONE POINT FIVE 2006
5. Shiraz Relentless 2005
6. Hillside Select 2004 (Cab. Sauv.)
7. Shafer Port Style (ausschließlich auf dem Weingut erhältlich)

Sensationell und deswegen an dieser Stelle erwähnt, die Möglichkeit die beiden Merlots nebeneinander zu probieren und das unglaubliche Reifepotential der Shafer Weine vor Augen geführt zu bekommen....

15.00 Uhr der nächste Termin bei Rosso & Bianco (Coppola) in Geyserville. Allerdings kann man hier weniger von einem Weingut als von einer Baustelle sprechen.

Das komplette Weingut wird derzeit in eine Art "Vergnügungspark" umgebaut, was sehr ausgedehnte Arbeiten mit sich führt.


Und wer die Weinlounge Hamburg kennt, weiß, dass unsere Passion Coppolas Weine sind. Umso mehr waren wir geehrt, tatsächlich die komplette Anlage besichtigen zu dürfen und einige mehr, als auf der Verkostungsliste angeboten, auch probieren zu können. Absolutes Highlight der Chardonnay und Pinot Noir der "Santé"-Linie - eine Hommage an Francis Coppolas Großmutter, die zum Essen immer den Toast "A votre santé" auszusprechen pflegte.

Die Weine haben in der Tat einen sehr französischen Stil und unterscheiden sich somit sehr von den sonst doch eher unkomplizierten Vertretern der Diamond Collection.

Und auch in dieser Linie konnte uns der Weinmacher mal wieder überraschen. Eines seiner Meisterstücke der Diamond Collection ist das neue Magenta Label, der "Alicante Bouschet" 2007, geworden. Warum Coppola unbedingt einen reinsortigen Aliante Bouschet (in Kalifornien wird die Rebe meist, wenn überhaupt, für Verschnitte hergenommen) haben wollte, ist schnell erzählt. Handelt es sich bei der Rotweinrebsorte Alicante Bouschet doch um eine sehr dickwandige Traube, die damit leicht zu transportieren ist, da ihre Schale nicht so schnell aufplatzt. Und genau das machte sie während der Prohibition so beliebt. Und eben auch bei Coppolas Großvater Francesco (eben Italiener), der sich Trauben dieser Rebsorte von Kalifornien in sein New Yorker Appartement transportieren ließ, um seinen eigenen Wein herzustellen. Kaufen konnte man ja keinen... Und um der alten Familienhistorie Willen musste auch für Francis Coppola ein Alicante Bouschet her. Die Rebstöcke (85-jährig!) dafür fand er in Lodi. Und entstanden ist ein fantastisch ausgewogener, von einer unglaublichen Frucht geprägter Rotwein, der wie Samt den Gaumen umschließt und die Kehle hinabgleitet.
Die Krux: der Wein wird in so begrenzter Menge produziert, dass er die USA zum Export wohl nie verlassen wird, was leider für die meisten Weine des Weinguts zutrifft...

Ein wahrlich famoser 3 Stunden Aufenthalt also im zukünftigen Spielparadies eines großen Regisseurs und Weinmachers.

15. März 2009

SAN FRANCISCO (6)

Kleine Shopping-Bilanz (Stand Sa., 14.03.09):

1 Flasche Gin
1 Flasche Whiskey
8 Flaschen Wein
5 T-Shirts
3 Hemden
2 Sweat-Shirts
2 Flaschen Olivenöl
2 Tassen
2 Poster
6 Bücher
2 Straßenkarten
1 Flasche Essig
2 Zeitschriften
1 Modell-Auto
1 Flasche BBQ Sauce

etc.....

Fehlt wohl noch ein neuer Koffer und ein U.S. Post Office!

SAN FRANCISCO (5)

An Tag 3 (Donnerstag, 12.03.09) ist es Zeit, San Francisco zu verlassen (leider - das nächste Mal bleiben wir länger).

Also lassen wir die Golden Gate Bridge (hätte ich mir dann doch beeindruckender vorgestellt) hinter uns Richtung Napa Valley.

Erste Station an diesem Tag ist allerdings nicht Napa, sondern Carneros. Die "Carneros Appellation" liegt 5 Meilen südlich von der Stadt Sonoma und ist geprägt durch ein kühles, von der Küste beinflusstest Klima. Das kommt insbesondere dem Chardonnay und Pinot Noir zugute. Das Weingut SCHUG Carneros Estate ist das Ziel!



Nach herzlichem Empfang von Walter Schug, der bereits seit 1973 in Kalifornien Wein macht (damals noch für die Joseph Phelps Vineyards im Napa Valley) und seit Ende der 1980er sein eigenes Weingut hat, und anschließender Kellertour ging es dann an die Verkostung aller Schug Weine .... Um aber niemanden mit einer langen Verkostungsliste zu langweilen, hier unsere beiden Favourites:

2007 Chardonnay, Carneros

Notiz: In der Farbe ein kräftiges strohgelb, das vom 8-monatigen Ausbau auf der Hefe (sur lie) in französischen Eichenfässern (davon 22% neu) herrührt, bringt er in der Nase frische Zitrusaromen, Ananas sowie leichte Vanillearomen und Butterscotch hervor. Im Mund macht sich anfänglich die frische Fruchtigkeit breit und eine überraschend präsente Säure trägt den Wein noch lange über den Gaumen. Erfreulich langer Abgang, der von der Cremigkeit der Vanille- und Karamellaromen geprägt ist. Alles in allem ein unglaublich junger Wein, der wie seine französichen Pendants noch mindestens 5 Jahre Reifepotential hat.

Wen's interessiert: Kostenpunkt ca. Euro 28,00 inkl. MwSt. in Europa

2006 Pinot Noir, Carneros "Heritage Reserve"
Notiz: Was für ein Fest. Macht man die Augen zu, könnte man denken, man sei in Frankreich. Elegante Kirscharomen gepaart mit einer schönen süßholzigen Würze steigen in die Nase. Öffnet man die Augen hat man einen rubinroten Wein im Glas, der am Gaumen mit seidigen Tanninen glänzt. Die Frucht ist präsent, aber man ahnt schon, dass die Tannine noch viel weicher werden können, genauso wie die Säure, die die Frucht noch lange trägt. Bitte jetzt kaufen (wegen der Preisentwicklung) und wer Zeit hat, darf ihn gerne noch mind. 7 Jahre im Keller vergessen...

Wen's interessiert: Kostenpunkt ca. 50,00 Euro inkl. MwSt. in Europa

Was übrigens für alle Weine gilt: Walter Schugs "deutsche" Winzer-Handschrift ist deutlich. Und das ist als Kompliment gemeint! Behilflich beim Machen seiner exzeptionellen Chardonnays und Pinot Noirs sind ihm einerseits sein jahrzehntelanges Know How der Weinbereitung, die Kenntnis der französischen Weinwelt sowie ein unglaublich intelligenter und respektvoller Umgang mit der Traube und dem Terroir (und Wine Maker Michael Cox).




Es sei noch erwähnt, dass wir nach unserem 4 (!) stündigen Aufenthalt bei Schug nur noch ins Hotel eingecheckt sind (sehr nett!) und uns ein Abendessen in einem vom Reiseführer empfohlenen Restaurant gegönnt haben ... Der Reiseführer hatte Recht. Das Essen war ansehnlich und gut und die Weinkarte auch.

Wir haben getrunken:

StoneFly, Cabernet Franc 2005
Stag's Leap, Merlot 2005





Beide beeindruckend gut und erstaunlich "europäisch". Lucky we are.


Text: Cirsten Kessler

13. März 2009

SAN FRANCISCO (4)

Na gut, Tag 2 (Mittwoch, 11.03.09) ist schon etwas länger vorbei, aber man kann einfach nicht immer online sein.

Der Tag begann unspektakulär mit einem Frühstück bei Boudin @ Fisherman's Wharf.




Anschließend "verirrten" wir uns quasi ins Absinthe.




Eigentlich eine Bar-Empfehlung, aber jetzt wurde es eben "nur ein late lunch". Und von einem Gin (No. 209*) & Tonic hat uns das eh nicht abhalten können.
* Zitruslastig mit einer schönen Wacholdernote im Nachhall. Gemischt mit Schweppes Tonic wird seinen immerhin 46% Vol. Alk. sehr geschmeichelt.



Das Essen sehr französisch mit amerikanischem Einschlag und durch und durch empfehlenswert. Insbesondere blutete uns ein wenig das Herz angesichts der Tatsache, dass wir die Bar nicht intensiver überprüfen konnten, denn, was wir angesichts der bereits am Nachmittag zahlreich an der Bar sitzenden Groupies ahnen konnten, hätte sich sicherlich bestätigt. Das nächste Mal....


Abends ein persönliches Highlight für mich: Bourbon & Branch. Ein echter Speakeasy. Einlass nur mit Reservierung und entsprechendem Passwort. Schwere Holztür ohne Schild - nur eine, na ja mehr oder weniger, unauffällige Klingel. Großartig. Und Cocktails (Classic & Forgotten) genau nach meinem Geschmack. Es ist eine Wonne zu sehen, wie Cocktail- und Spirituosen in dieser Stadt geschätzt werden. Und vor allem auf höchstem Niveau verarbeitet werden.



Besonders beindruckend:

AFTERNOON TEA
Hendrick's Gin
Pimm's No. 1 (!)
Honey & Lemon

Beeindruckend weil, er wirklich nach Tee schmeckt - ohne das welcher drin ist. Herr Meyer, bitte schon mal das Rezept heraus suchen. Herr Jaeger möchte mehr davon.

Ebenso gut auch der

GYPSY
Gin
Elderflower
Chartreuse verte
Lime


Was für eine Stadt!
Ab morgen dreht es sich übrigens (endlich) um Wein - es geht ins Napa Valley.


Text: Cirsten Kessler

11. März 2009

SAN FRANCISCO (3)

Tag 1 (Dienstag, 10.03.09) haben wir unbeschadet hinter uns gebracht.
So wie es sich für einen Touristen gehört, sind wir mit der Cable Car Richtung Fisherman's Wharf gefahren.

Wines of California Wine Bar, Pier 39
Gloria Ferrer Blanc de Blancs
Carneros Sparkling Wine
Nicht weiter erwähnenswert - aber genau das Richtige nach der ersten Shoppingetappe




Dann Pasta in Francis Ford Coppola's Cafe Zoetrope. Dazu eine Tasting-Auswahl einiger Coppola Weine. Besonders beeindruckend dabei der Cabernet Sauvignon mit einem schönen langen Nachhall am Gaumen aus der Captain's Reserve Linie - leider nur in den USA zu bekommen.




Einkauf bei CASK. Eine excellente Auswahl von Wein und vor allem Spirituosen. Das Ginliebhaberherz konnte nicht anders und musste eine Flasche Leopold's Gin erstehen. Jede Flasche handnummeriert. Ebenfalls mit der Fassnummer versehen, die zweite Flasche, die mit nach Europa muss: Manhattan Rye Whiskey. Der perfekte Sazerac ist garantiert, Herr Meyer!



Abends Dinner bei Michael Mina im Westin St. Francis Hotel. Freundlicherweie ersetzte man uns (soweit möglich) alle europäischen "Wine Pairings" durch einheimische Gewächse. Die Liste folgt selbstverständlich - aber zu einem späteren Zeitpunkt. Eins sei gesagt: seine 2 Michelin-Sterne hat Herr Mina deutlich verdient.




Nightcap in Michael Mina's Clock Bar , die ebenfalls im Westin St. Francis Hotel beheimatet ist. Besonders beeindruckend hier einer der Signature Drinks der Bar: English Breakfast. Wer außerdem klassische Cocktails liebt, ist hier absolut gut aufgehoben. Das Barteam versteht sein Handwerk....

10. März 2009

SAN FRANCISCO (2)

Viel zu spät im Hotel angekommen. Außer Pizza um die Ecke ist kaum was aufzutreiben. Also entscheiden wir uns für trinken.

Auf Empfehlung (und hier der Hinweis, niemals auf eine Empfehlung eines Endzwanzigers an der Rezeption eines Mittelklasse-Hotels zu hören) unseres Hotel-Rezeptionisten sind wir also los marschiert, um Harry Denton's Starlight Room im Sir Francis Drake Hotel für uns zu entdecken.
Ok. Der Glanz alter Zeiten schimmert nicht mehr so. Das Ganze etwas plüschig. Und auf der Tanzfläche - mit Panoramablick aus dem 21. (!) Stock auf San Francisco - schieben ungleiche Pärchen zu 80er Musik, aufgelegt von einem Rasta-DJ, hin und her. Die Barkeeper hinter der schweren, dunklen Holzbar tragen Spencer mit hochgeschobenen Ärmeln.
Aber irgendwie hat der Laden was und wir trinken einen gar nicht mal so üblen

"Harry's Martini"
Right Gin, St. Germain Elderflower Liqueur, Dry Vermouth und einem Dash Orange

Da die Aussicht aber schnell überschaubar wurde, das Publikum hotelgastlastiger und wir eh nach 12 Stunden Flug nicht mehr in Plauderlaune waren, schnell in den nächsten Liqueur Shop und etwas "Amerikanisches" tun: EINKAUFEN!

1 Flasche Wein (Coppola Diamond Collection für USD 27,99)
1 Flasche Wasser, Korkenzieher
1 Tüte Hickory Style Chips

Das alles in einer braunen Papiertüte ins Hotel tragen.



Schlummertrunk aus Zahnputzbechern.... Cheers.

SAN FRANCISCO (I)

Die einen wissen es schon, die anderen nicht.
Wir sind in San Francisco.

Mit einstündiger Verspätung in München abegeflogen (das Stichwort war "technischer Fehler") sind wir gestern um 20.00 Uhr Ortszeit sicher am SFO Int. gelandet.


BILD 1 - Über Grönland




Bild 2 - Über Kanada




Bild 3 - Landeanflug San Francisco




Zollkontrolle. Fingerabdrücke. Ein Plausch mit dem Zollbeamten. Das Wetter ist endlich mal wieder gut, heißt es. Kalt, aber Sonne.
Schnell ins Taxi und ins Hotel .. direkt am Union Square. Aber leider ist es schon spät.

7. März 2009

WEIN ALS GELDANLAGE IN DER KRISE


Twitter pfeift es schon von den Dächern: den aktuellen Artikel in Spiegel Online, der ein Mal mehr deutlich macht, dass Wein keine sichere Geldanlage mehr ist. So titelt die Internet-Gazette "Markteinbruch - Der Jetset spart sich Luxusweine".
Vorbei sind offensichtlich die Zeiten, in denen Weinpreise wie Immobilienpreise in Phantasiehöhen geschnellt sind. Im Gegenteil: der Trend geht zu Weinen, die heute und jetzt zu adäquaten Preisen gekauft und selbst genossen werden können....



AB JETZT ERFLOGREICHER IM WEINVERKAUF


...ODER "NEPPER, SCHLEPPER, BAUERNFÄNGER"????






Endlich mal einer, der Bescheid weiß: www.weinwerbebriefe.de.


Bild: www.karriere.de

3. März 2009

DU BIST DOOF...

...ODER WIE ERNST SOLLTE MAN BEWERTUNGSPORTALE WIRKLICH NEHMEN?

Viele kennen Qype. Oder aber eben auch nicht.
Nach Gesprächen mit Bekannten und Freunden stellte sich nämlich heraus, dass nur Wenige von Qype schon mal etwas gehört oder gelesen haben.
In Einzelhandels- und Gastronomiekreisen ist das allerdings ganz anders. Hier geht man davon aus, dass der gemeine Endverbraucher/Gast, den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als Bewertungen über Orte zu schreiben, die er schon mal besucht hat. An dieser Stelle wage ich tatsächlich obendrein die Vermutung zu äußern, dass es sich bei den am häufigsten bewerteten Orten eher um Restaurants und Einzelhändler handelt, als um Ärzte, Anwälte oder Ausflugsdampfer.
So kommt sicherlich an jener Front der viel bewerteten Kategorien schnell das Bedürfnis auf, hier möglichst besser, weiter, höher und schneller bewertet zu werden. Soll heißen, im Fall von Qype, bitte möglichst viele Sterne und viel Lob zu ernten.

Für äußerst gängig halte ich dabei die Methode, Freunde und Bekannte zu animieren, sich im Internetportal anzumelden und eine entsprechend positive Bewertung abzugeben. Eine andere ist sicherlich, dass jeder Inhaber einer Firma selber ebenfalls ein Profil hat und über seinen Laden (selbstverständlich) nur Gutes schreibt. Und schwuppdiwupp hat man die ersten, sagen wir, 5 Bewertungen beisammen.

Aber, ist das repräsentativ? Sicherlich nicht.

Solange eine noch nicht allzu große Gruppe von Menschen Lokalitäten bewertet, sollte man es aus jeder Sicht gelassen sehen. Der firmenbetreiber genauso wie der Kunde.
Lesen, zur Kenntnis nehmen, sich aber bitte ein eigenes Bild machen.

Dabei ist eines aber sicher wichtig: immer fair bleiben. Bitterböse Kommentare, die glücklicherweise von der Qype-Redaktion, sind sie politisch nicht ganz korrekt, angemahnt werden, sind feige und hinterlistig. Feige, weil das Internet anonym ist und hinterlistig, weil niemand darauf unmittelbar reagieren kann.

Qype hat Zukunft - keine Frage. Bestes Beispiel hierfür ist die amerikanische Plattform YELP. Natürlich ist hier die "Teilnehmerzahl" schon von Haus aus größer; aber inzwischen haben eben auch die Bewertungsmengen eine unglaubliche Zahl erreicht. Besonders gut dabei: YELP zeigt neben jedem Eintrag eines Restaurants, Ladens, etc. eine Statistik über die Bewertungen an. So bekommt man sofort einen Eindruck, wie das Bewertungsniveau in den letzten Monaten verlaufen ist.

Insbesonders für gastronomische Betriebe aber ist nur eins das Beste: SOFORT Kritik äußern und sagen, was einem nicht gefallen hat. Nur wenn man mit dem Service, Restaurantleiter, Barmann etc. gleich über seinen Unmut spricht, kann konkret etwas verbessert werden. Hinterher meckern ist einfach und die Abstrafung erfolgt dann durch "da gehe ich nicht mehr hin" und einer negativen bewertung. Das hilft keinem. Denn selbst wenn das Restaurant rege Qype verfolgt, sind Meckereien oftmals nur noch schwer zu rekonstruieren (außer im Härtefall natürlich).

Wirkt der Gastgeber nach geäußerter Kritik immer noch uneinsichtig, kann man immer noch über seine eigenen Konsequenzen nach jenem Besuch nachdenken.

So bleibt zum Schluss ein Zitat:

"Macht nicht aus jeder Meinung gleich eine Religion. Ich habe ein Bild vor Augen: Wenn Gott die Arme ausbreitet, dann sind dagegen all unsere Meinungen, Pläne, Ansichten ganz winzige, kleine Scherze."
Hanns Dieter Hüsch (*1925), dt. Kabarettist u. Protestsänger; 2000 Predigtpreis | Zitat-Nr.: 6616


Viel Spaß beim "Qypen"
www.qype.de