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2. April 2010

Da, wo die Funklöcher am größten sind | Reise Review 2

Vom Rheinhessischen ging es am frühen Freitagmorgen des 12. März 2010 weiter Richtung Pfalz und damit auch Richtung "größtes zusammenhängendes Funkloch" unserer Reise. Genauer gesagt aber fuhren wir nach Deidesheim. Kleine Stadt im Herzen der Pfalz, die bei gutem Wetter, sommerlichen Temperaturen und vielen Touristen sicherlich ihren ganz eigenen Charme hat und einen Besuch wert ist. Gut, an einem kalten, grauen, verregneten Vormittag ist der Besuch von Deidesheim nicht wirklich empfehlenswert.


Zur Verdeutlichung mal ein paar Öffnungszeiten: Café "Central" ab 14.00 Uhr, Filmmuseum (nur Mittwoch bis Sonntag) ab 14.00 Uhr, Museum für Weinkultur (ebenfalls nur Mittwoch bis Sonntag) ab 15.00 Uhr, Weinbar Krack ab 14.00 Uhr und und und..... Wir hätten zum Mittagessen vielleicht den Deidesheimer Hof wählen können. Da wir uns aber ausgerechnet an diesem Tag nicht wie 65 Jahre alt gefühlt haben, haben wir mal darauf verzichtet.
Highlight blieb somit die durchgängig geöffnete (!) Schlecker-Filiale, um uns mit Getränken zu versorgen.

Also, auf gen ersten Termin des Tages: Verkostung bei Müller-Catoir in Neustadt-Haardt. Vorher noch ein ambitioniertes, aber am Ende doch eher bodenständiges Mittagessen im einzigen Restaurant des Ortes, dem "Mandelhof", der sich selber als Restaurant, Hotel und Kunstgalerie versteht. Nun denn, mit Grundlage im Magen also ins Müller-Catoir'sche Anwesen,





um im Verkostungsraum mit beeindruckend bemalter, historischer Kassettendecke Altes und Neues zu probieren.

Besonders begeistert hat die "Mandelring Scheurebe Spätlese 2008".



In der Nase schon eine beeindruckende Frische, die man von einem halbtrockenen Wein mit rund 90g Restzucker gar nicht erwartet hätte, und fetten Aromen von Pampelmuse. Keine Spur von Süße. Der erste Eindruck am Gaumen ist dann auch eine angenehme Säure, die den Wein frisch und lebendig macht, sowie der zweite Eindruck sofort die Grapefruit wieder aufgreift. Der Fruchtgeschmack explodiert förmlich. Die gar nicht klebrige Restsüße sorgt dafür, dass der Wein noch lange im Mund in Erinnerung bleibt. Dieser Tropfen ist vielleicht nicht gerade ein "Zechwein", aber als Essensbegleiter ist er in jedem Fall eine Wucht. Am besten zu süß-saurem Asiatischen, Käse oder Nachtisch.

Und weil uns der Wein so gut gefallen hat, wurden davon gleich mal ein paar Flaschen für das heimische Ladenregal geordert. Wie übrigens auch vom Sauvignon Blanc, der Ende Mai eintrudeln sollte, und von dem es nur 120 Flaschen bei uns geben wird, da die Mengen rigoros zugeteilt werden.

Zwei Stündchen später dann Abfahrt aus Haardt weiter durch die Pfalz, weiter in den Süden. Nächste Station sollte das Weingut Stern sein, um Jungwinzertalent Dominic Stern zu treffen. So brachte uns das Navigationssystem sicher nach Hochstadt.





Was für ein herzlicher Empfang! Auch hier haben wir uns gleich, an der Brennblase



vorbei, in den Keller führen lassen, um die aktuellen Fassproben zu probieren. Man muss ja schließlich wissen, was man so demnächst wieder im Laden hat!



So viel Zeit wollten wir Dominic auch gar nicht stehlen, da er mitten in den Vorbereitungen (selber zum letzten Mal probieren) für die für's Wochenende geplante Abfüllung steckte.

Also, Abfahrt zur Endstation des Tages nach rund 200km durch deutsche Landen: das Seehaus Forelle Haeckenhaus in Ramsen.



Ein echter Geheimtipp übrigens, denn noch nicht mal der gemeine Pfälzer an sich hatte davon vorher schon einmal gehört. Entsprechend schwierig, weil inmitten eines dunklen Walds gelegen, war es auch zu finden. Da das Hotel mit einem gemütlichen Restaurant ausgestattet ist, dessen Spezialität (wen wundert's?) natürlich Forelle in diversen Varianten ist, konnten wir hier den Abend dann entsprechend besinnlich bei eben Forelle und Rehfilet ausklingen lassen - ohne jegliche Anbindung an das deutsche Vodafonenetz ..... das sollte sich in Baden am nächsten Tag aber, Gott sei Dank, ändern!

Fortsetzung folgt!

Fotos: Weinlounge Hamburg

26. März 2010

Jetzt geht's los.... | Reise Review 1

Wie die meisten wissen, sind wir am Mittwoch, 10. März 2010, zu unserer großen "Tour de Allemagne et France" gestartet, um Weingüter zu besuchen, Winzer zu treffen und neue Eindrücke zu gewinnen. Die Reisebeschreibung wollen wir natürlich nicht schuldig bleiben, und so startet hier unsere kleine Reise Review.

Los ging es leider sehr spät an jenem Mittwoch zum ersten kurzen Zwischenstopp in Düsseldorf. Im Auto (vorerst): 1 Koffer, 1 Reisetasche, 2 Kleidersäcke und 2 Computer - und kurzfristig 2 Katzen.

Nach einer relativ kurzen Nacht konnten wir am Donnerstagmorgen dann aber endlich durchstarten in Richtung der deutschen Weinanbaugebiete. Die ersten Autobahnkilometer führten uns zunächst in den Rheingau mit einem kurzen Fotostopp à la "japanischer Tourist" zu Schloss Vollrads.

Schnell bei blauem Himmel und Sonne den historischen Wohnturm fotografiert und wieder ins Auto gehüpft, um mittels Fähre den Rhein gen Rheinhessen zu überqueren. Das eigentlich wohl verdiente Mittagessen musste leider ausfallen, da unser präferiertes Restaurant "Kronenschlösschen" in Eltville ausgerechnet an diesem Mittag geschlossen hatte - Rheingau Gourmet Festival sei Dank!

Next stop: das beschauliche Appenheim in Rheinhessen - Termin mit unserem Winzer Jürgen Hofmann* zur Verkostung des neuen Jahrgangs 2009.

Lecker Stöffchen, was der Herr Hofmann da wieder in die Flasche gebracht hat. Insbesondere bei seinem "Sauvignon Blanc" QbA trocken 2009 hat er wieder mal ein Schippchen oben draufgelegt, wie wir finden... Dieses Jahr ist ihm der Sauvignon Blanc noch eine Spur eleganter gelungen. Die vollreifen exotischen Früchte sind eher der Stachelbeere gewichen und die zarte Säure passt sich gut in dieses neue Geschmacksbild ein. Genau der richtige Wein für Genießer, die sich nicht zwischen einem Sauvignon Blanc aus Frankreich oder Südafrika entscheiden können, sondern lieber etwas Einzigartiges haben möchten!



Logischerweise haben wir nicht nur das probiert, was schon gefüllt ist, sondern sind zudem in Jürgens kleine Stahltank- und Barrique-Keller gestiegen, um auch erste Fassproben in rot und weiß zu verkosten. Und eins steht fest, genauso wie bei den ersten Abgefüllten, ist hier ebenfalls schon das großartige Potential des 2009er Jahrgangs zu erkennen. Wir dürfen also gespannt sein und in Vorfreude schwelgen!

Besonders froh sind wir, dass es in diesem Jahr endlich wieder eine "FUSION II" von Jürgen und Ehefrau Carolin geben wird, nachdem der Jahrgang 2008 ausfallen musste. Grund dafür war das natürliche Stoppen der Spontangärung, was dazu geführt hat, dass der Restzucker nicht weiter verstoffwechselt worden ist. Also ist der Wein "lieblich" geblieben und nicht mehr "trocken" geworden ist.

Nach dieser ausführlichen Probe also, bei der natürlich kräftig gespuckt worden ist, führte uns der Weg zu unserem Tagesziel, nämlich in das beschauliche Harxheim in Rheinhessen, wo wir in der entzückenden Pension Reßler ein Zimmer gebucht hatten.
Das Abendessen allerdings sollte in der Königsmühle bei Dirk Würtz eingenommen werden, wo schon standesgemäß die Holzkohle für ein großes Stück Rindfleisch für 5 zum Glühen gebracht worden ist.
Was sollen wir sagen? Der Abend endete feucht-fröhlich


mit den beiden Gastgebern Winzer Dirk Würtz und seiner Frau Gabi, die tolle mediterrane Kartoffeln zum Fleisch gezaubert hatte sowie Michael Gmall, der uns bei der Übernachtungsorganisation in Harxheim geholfen und uns mit einem Glas Champagner willkommen geheißen hat....!

Tausend Dank!!!!

*Jürgen Hofmann wird übrigens einer unserer Gastwinzer auf der 2. Wineries Flight Night am Freitag, 07. Mai 2010, ab 20.00h in der Weinlounge Hamburg sein, wo er auch die Weine seiner Frau Carolin vom Weingut Willems-Willems von der Saar vorstellen wird.



Fotos: Weinlounge Hamburg