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2. April 2010

Da, wo die Funklöcher am größten sind | Reise Review 2

Vom Rheinhessischen ging es am frühen Freitagmorgen des 12. März 2010 weiter Richtung Pfalz und damit auch Richtung "größtes zusammenhängendes Funkloch" unserer Reise. Genauer gesagt aber fuhren wir nach Deidesheim. Kleine Stadt im Herzen der Pfalz, die bei gutem Wetter, sommerlichen Temperaturen und vielen Touristen sicherlich ihren ganz eigenen Charme hat und einen Besuch wert ist. Gut, an einem kalten, grauen, verregneten Vormittag ist der Besuch von Deidesheim nicht wirklich empfehlenswert.


Zur Verdeutlichung mal ein paar Öffnungszeiten: Café "Central" ab 14.00 Uhr, Filmmuseum (nur Mittwoch bis Sonntag) ab 14.00 Uhr, Museum für Weinkultur (ebenfalls nur Mittwoch bis Sonntag) ab 15.00 Uhr, Weinbar Krack ab 14.00 Uhr und und und..... Wir hätten zum Mittagessen vielleicht den Deidesheimer Hof wählen können. Da wir uns aber ausgerechnet an diesem Tag nicht wie 65 Jahre alt gefühlt haben, haben wir mal darauf verzichtet.
Highlight blieb somit die durchgängig geöffnete (!) Schlecker-Filiale, um uns mit Getränken zu versorgen.

Also, auf gen ersten Termin des Tages: Verkostung bei Müller-Catoir in Neustadt-Haardt. Vorher noch ein ambitioniertes, aber am Ende doch eher bodenständiges Mittagessen im einzigen Restaurant des Ortes, dem "Mandelhof", der sich selber als Restaurant, Hotel und Kunstgalerie versteht. Nun denn, mit Grundlage im Magen also ins Müller-Catoir'sche Anwesen,





um im Verkostungsraum mit beeindruckend bemalter, historischer Kassettendecke Altes und Neues zu probieren.

Besonders begeistert hat die "Mandelring Scheurebe Spätlese 2008".



In der Nase schon eine beeindruckende Frische, die man von einem halbtrockenen Wein mit rund 90g Restzucker gar nicht erwartet hätte, und fetten Aromen von Pampelmuse. Keine Spur von Süße. Der erste Eindruck am Gaumen ist dann auch eine angenehme Säure, die den Wein frisch und lebendig macht, sowie der zweite Eindruck sofort die Grapefruit wieder aufgreift. Der Fruchtgeschmack explodiert förmlich. Die gar nicht klebrige Restsüße sorgt dafür, dass der Wein noch lange im Mund in Erinnerung bleibt. Dieser Tropfen ist vielleicht nicht gerade ein "Zechwein", aber als Essensbegleiter ist er in jedem Fall eine Wucht. Am besten zu süß-saurem Asiatischen, Käse oder Nachtisch.

Und weil uns der Wein so gut gefallen hat, wurden davon gleich mal ein paar Flaschen für das heimische Ladenregal geordert. Wie übrigens auch vom Sauvignon Blanc, der Ende Mai eintrudeln sollte, und von dem es nur 120 Flaschen bei uns geben wird, da die Mengen rigoros zugeteilt werden.

Zwei Stündchen später dann Abfahrt aus Haardt weiter durch die Pfalz, weiter in den Süden. Nächste Station sollte das Weingut Stern sein, um Jungwinzertalent Dominic Stern zu treffen. So brachte uns das Navigationssystem sicher nach Hochstadt.





Was für ein herzlicher Empfang! Auch hier haben wir uns gleich, an der Brennblase



vorbei, in den Keller führen lassen, um die aktuellen Fassproben zu probieren. Man muss ja schließlich wissen, was man so demnächst wieder im Laden hat!



So viel Zeit wollten wir Dominic auch gar nicht stehlen, da er mitten in den Vorbereitungen (selber zum letzten Mal probieren) für die für's Wochenende geplante Abfüllung steckte.

Also, Abfahrt zur Endstation des Tages nach rund 200km durch deutsche Landen: das Seehaus Forelle Haeckenhaus in Ramsen.



Ein echter Geheimtipp übrigens, denn noch nicht mal der gemeine Pfälzer an sich hatte davon vorher schon einmal gehört. Entsprechend schwierig, weil inmitten eines dunklen Walds gelegen, war es auch zu finden. Da das Hotel mit einem gemütlichen Restaurant ausgestattet ist, dessen Spezialität (wen wundert's?) natürlich Forelle in diversen Varianten ist, konnten wir hier den Abend dann entsprechend besinnlich bei eben Forelle und Rehfilet ausklingen lassen - ohne jegliche Anbindung an das deutsche Vodafonenetz ..... das sollte sich in Baden am nächsten Tag aber, Gott sei Dank, ändern!

Fortsetzung folgt!

Fotos: Weinlounge Hamburg

1. März 2010

Fridolin, Karl-Egon und Willi

Nein, das sind nicht etwa Vornamen unserer Gäste gewesen, die am vergangenen Samstag, 27. Februar 2010, um 18.00h mehr oder weniger pünktlich (der Deutschen Bahn sei Dank) in der ATLAS Wohnküche erschienen sind, um einem französischen 5-Gang-Menü mit korrespondierenden Weinen von Château Montlau zu fröhnen. Vielmehr handelte es sich bei diesen Namen um liebevolle Benennungen einzelner Froschschenkelpaare (Gang No. 3), die auf einem Blech zum Garen in den Ofen geschoben wurden. Aber auch wenn versucht worden ist, eine persönliche Beziehung aufzubauen, gegessen wurden sie trotzdem.

Zu verdanken hatten wir diesen äußerst gelungenen Abend indes Monsieur Armand Schuster de Ballwil, der aus Bordeaux angereist war, einige kleine Weinschätze im Gepäck hatte, um diese äußerst charmant und informativ zu präsentieren.

Angefangen aber hat alles mit einigen Austern, die fröhlich in Château Montlaus Crémant de Bordeaux Blanc "Favory", ein Blanc de Blancs, schwimmen gehen durften. Der nach traditioneller Methode hergestellte Schaumwein aus 65% Sémillion und 35% Muscadelle war genau der richtige Auftakt, um alle Gäste auf das, was folgen sollte, einzustimmen und die anfängliche "Beklemmung" verschwinden zu lassen.

Schnell standen die ersten in der Küche und griffen Stefan, unserem fantastischen (Show-) Koch des Abends, unter die Arme, als die Vorspeise, eine "Bouillabaise mit Sauce Rouille", angerichtet werden musste. Dazu im Glas: Château Montlau Entre-Deux-Mers 2008 versus 2009. Aufgrund der doch sehr kräftigen Fischsuppe, die auf Krustentierfond basierte, konnte sich in diesem Fall der Ältere der beiden Weine durchsetzen. Wer allerdings noch eine der letzten Austern ergattern konnte, hatte mit dem 2009er einen perfekten (neueren) Begleiter zum Muscheltier. Mutig wie wir waren, gab's auch noch einen Rotwein, nämlich Château Fontblanche Bordeaux Rouge 2008 - ohne Holzfassausbau, der mit seiner deutlichen Fruchtbetonung ebenfalls hervorragend als Sparringspartner für die Suppe geeignet war!

Der nächste Zwischengang, "mit Lavendelhonig gratinierter Ziegenkäse an Ratatouille-Salat", verlangte dann allerdings nach mehr.
Nämlich mehr Wein. Ins Feld geworfen wurde
1. Château Montlau Bordeuax Supérieur 2007
2. Château Montlau Bordeaux Supérieur 2005 - aus der Magnum -
und in der Verlängerung zu Gang No. 3, den Froschschenkeln mit Vornamen, außerdem noch
3. Château Montlau Bordeaux Supérieur 1997

Wein No. 3, jetzt auf seinem absoluten Trinkhöhepunkt, wie wir fanden, konnte am meisten begeistern... Obwohl natürlich alle Weine mit ihrer Merlot-Lastigkeit sowieso auf der etwas fruchtigeren Seite sind, haben sich die Tannine durch den Barrique-Ausbau in französischer Eiche beim 1997er jetzt zurückgenommen und sind herrlich eingebunden.
Doch das Ganze war noch steigerungsfähig - sowohl was die Küche
als auch die Weine betraf. Zum wirklich mehr als gelungenen Hauptgang, "Ragout vom Galloway 'à la bourguignon' mit Pilzen an Zuckerschoten, Möhren und Kartoffelgratin", zu dem es noch eine nette Anekdote zu erzählen gibt, kredenzte Monsieur Schuster den Flaggschiffwein seines Weinguts."Hors Sèrie" genannt, ist er, wie der Name schon sagt, etwas "außer der Reihe". Das übrigens deshalb, weil er nur in exzellenten Jahren überhaupt produziert wird. Kein Wunder also, dass wir das Vergnügen hatten, ausgerechnet die Bordeaux-Spitzen-Jahrgänge 2000 und 2005 nebeneinander probieren zu dürfen. Und nicht nur, dass beide Weine perfekt zum geschmorten Rindfleisch passten. Nein, auch zum "Schokoladenmahleur", das sich unter anderem hinter der "Dessertvariation à la Française" verbarg, machten sie eine äußerst gute Figur!
Auch hier lag der ältere Jahrgang logischerweise eine gute Nasenspitze vorne....Dem Reifungsprozess sei Dank!
Das muss schlussendlich auch der Grund dafür gewesen sein, warum 1997 und 2000 zuerst ausgetrunken waren.

Wer noch genügend "Luft" hatte, konnte zu "Tarte Tatin" und "Créme Brulée" wieder auf den Crémant de Bordeaux zurückgreifen - vielleicht auch, um die Lebensgeister wieder ein wenig zu wecken.

Und die Anekdote zum Rind? Fast hätte es keins (also Rind) gegeben. Hamburg war komplett nämlich ausverkauft. Doch Dank des tapferen Einsatzes einer ganzen Restaurant-Crew konnte noch ein Galloway-Rind aus Schleswig-Holstein aufgetrieben werden....

Fazit: Monsieur Schuster hat tolle Weine präsentiert und unterhaltsame Geschichten zum Besten gegeben. Das ATLAS hat mal wieder einen sensationellen Job gemacht - insbesondere Stefan, unser souveräner Koch, und André, unser aufmerksamer Servicemann!
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Wein-&Winzer-Koch-Event und werden uns ganz bestimmt wieder etwas ganz Besonderes ausdenken.... Und wenn Sie wissen möchten, ob Sie daraus:


hätten naschen dürfen, müssen Sie das nächste Mal einfach dabei sein!


Fotos. Weinlounge Hamburg

24. Februar 2010

In 4530 Minuten geht die Senkrechte in die Gerade

Anders ausgedrückt, in 75,5 Stunden, nämlich am kommenden Samstag, 27. Februar 2010, startet um 18.00 Uhr unser spannender Bordeaux-Abend mit Monsieur Schuster de Ballwil.

Monsieur Schuster ist Schweizer, genauer gesagt Luzerner. Seit 1970 besitzt er das hoch über dem Dordogne-Tal in Bordeaux gelegene, prächtige Anwesen "Château Montlau". Und nicht nur das. Er ist außerdem Grand-Maître der Connétablie de Guyenne, der bereits 1152 gegründeten ältesten Bordeaux-Winzergilde.

Acht Weine hat er insgesamt im Gepäck - von seinem Schaumwein "Favory", einem Crémant de Bordeaux, bis hin zum Topgewächs "Hors Série", ein Bordeaux Supérieur Fût de Chéne, von dem wir 2 Jahrgänge nebeneinander probieren. Dazwischen lockt noch etwas spritziges Weißes sowie eine weitere 3er Vertikale.

Doch nicht nur die Weine werden ein Ausflug in das Herz Frankreichs. In der offenen Showküche der ATLAS Wohnküche wird uns unser Koch das korrespondierende 5-Gang-Menü zaubern. Fragen dazu sind ausdrücklich erwünscht.

Wir starten mit ein paar Austern zum Aperitif, bevor alle an der Tafel Platz nehmen dürfen, und es ans Eingemachte geht. Während in der Showküche der erste Gang, "Bouillabaisse avec Sauce Rouille", vorbereitet wird, wird Monsieur Schuster die einleitenden Worte zu seinem Château und den ersten Weinen sprechen.
Weiter geht es mit "Tomme de chèvre gratinée avec miel de lavande et une salade de ratatouille", womit wir uns auch gleichzeitig in die erste Vertikale begeben, die wir bis zum dritten Gang "Cuisses de grenouilles sautées à l’ail et au persil" durchziehen. Dieser wird übrigens sicher die Überraschung des Abends, bevor wir uns mit großen Schritten dem Hauptgang "Ragout „à la bourguignon - äh bordelaise -“ avec champignons, légumes et gratin de pommes de terre" nähern. Zu dem erwartet uns die zweite Vertikale. Der Nachtisch wird eine entspannte Runde mit einer "Dessertvariation à la Française". Dazu können sie weiter den Rotwein genießen, einen Schluck Crémant nachverkosten oder einfach nur einen Kaffee trinken.


Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, noch schnell auf unseren Zug ins Bordeaux aufzuspringen, bitte schön! Wir sind uns sicher, nicht nur das Essen und die Weine, sondern ebenso Monsieur Schusters spannende Geschichten werden Ihnen gefallen.....

Das Last-Minute-Ticket lösen Sie für Euro 85,00 pro Person.

Ausschließlich verbindliche Anmeldungen via Telefon 040 - 42 93 87 18, per E-Mail an marketing(at)weinlounge.com oder über unsere Homepage www.weinlounge.com -> Link "Events"

Gegessen & getrunken wird in der
ATLAS Wohnküche | im Phoenixhof | Schützenstrasse 9a | 22761 Hamburg




Foto: Weinlounge Hamburg

13. November 2009

TruffleLoversClub becomes MeatLoversClub back again

Die Hauptspeise unseres fulminanten Menüs hätte zwar auch die eines MeatLoversclub-Treffens sein können, aber was soll's. Man muss ja konsequent bleiben. So neigte sich ein fantastischer Abend dem Ende zu. Und aus dem TruffleLoversClub musste wieder der MeatLoversClub - wir sprachen ja vorher schon über nicht zu realisierende häufige Trüffel-Dekadenz....




Stolz ein paar großartige Weine verkostet zu haben....



...beendeten wir den Abend "zünftig" mit einem Gin Tonic an der Bar!



An dieser Stelle auch noch mal ein dickes, dickes Dankeschön an das gesamte Team des ATLAS', ohne das der ganze Abend nicht möglich gewesen wäre. Denn es ist sicherlich nicht selbstverständlich, so ein Menü an einem Samstagabend in einem voll besetzten Restaurant außerhalb der üblichen Speisekarte genießen zu dürfen! Grazie mille!!!

11. November 2009

Abendessen mit Trüffel (4)

Das Finale!
Auf dem Teller finden sich (pro Person) ein 300g schweres American Beef, Blattrahmspinat und eine Portion hausgemachte Pommes Frites. Und weil wir ja den Trüffel so überaus großzügig eingekauft hatten, konnte auch bei diesem Gang munter über das Fleisch gehobelt werden, was das Zeug hielt ... ein gewisser Dekadenz-Faktor lässt sich nicht wegdiskutieren, aber (VERSPROCHEN!) wir machen das wirklich nicht jeden Tag!




Jetzt musste natürlich auch das Highlight der Verkostungsreihe ins Glas (zumindest was den Preis betrifft, war der Wein das). Ob es auch der geschmackliche Höhepunkt war, durfte jeder für sich entscheiden. Wir fanden ihn jedenfalls ganz groß!



Der "2004er Vigneto Campè Barolo DOCG", den die Rivettis jedes Jahr von den vier Hektar in der Gemeinde Grinzane Cavour ernten, verdient hohen Respekt. Dieser Barolo ist ein Kraftprotz, der mit seinen kräftigen Aromen, die an Trüffel (!), Straße und Petrol erinnern, sofort begeistert. Gleichzeitig zeigt er sich aber auch von einer sanften Seite, die von Fruchtaromen geprägt wird. Viel frische, dunkle Beeren in der hauptsache. Dazu gesellt sich eine fruchtige Säure, die ihm einen langen Abgang beschert. Seine Gerbstoffe übrigens sind immer präsent, aber nie unangenehm oder störend. Vielmehr fügen sie sich perfekt in das Gesamtbild des Weines ein. Schlußendlich ein Barolo, der sich hinter keinem seiner Konkurrenten - auch aus Spitzenlagen - zu verstecken braucht! Im Gegensatz zu den anderen Etiketten des Weinguts La Spinetta ziert das Flaschenetikett nicht Dürers Rhinozeros, sondern sein Löwe. Ein dezenter Hinweis auf die Kraft und Herrschaftlichkeit des Weines?

Das Dessert konnte leider nur in flüssiger Form genossen werden. Ursprünglich war hier ein "Ofenschlupfer" oder ähnliches vom Piemonteser Panettone (original von Süßwarenpapst Ferrero) vorgesehen. Angesichts der Menüstrecke vorher war hieran aber überhaupt nicht mehr zu denken. Stattdessen genehmigten wir uns, auch um "wieder runter zu kommen", einen "2005er Dolcetto D'Alba" abgefüllt für Mr. Kinderschokolade himself Michele Ferrero. Dank der Tanninbomben vorher kam uns dieser Rote nun wie ein fruchtiges Leichtgewicht vor - samtig und schmelzig im Glas mit voller Frucht und tief rubinroter Farbe. Genau das Richtige also, um den Abend bei Tisch ausklingen zu lassen und danach an die Bar zurück zu wechseln.



Fotos: Weinlounge Hamburg

Abendessen mit Trüffel (3)

Auf geht's in die 2. Trüffelrunde.... Jetzt wird's klassisch. Tagliatelle in Butter geschwenkt mit Trüffel. Was soll man dazu noch sagen? Ordentlich Parmesan drüber und lecker, lecker, lecker. Merke: Weckglas No. 2 wurde geöffnet und der Rest des Trüffels aus Weckglas No. 1 verarbeitet. Bleiben immer noch 2 Trüffel übrig! Jippie!




Jetzt musste Hochkarätiges aus dem Hause La Spinetta her. Nämlich die Weine der Cru-Lagen im Piemont. Im Glas also zur Trüffelnudel einer der Top-Weine von Rivetti.



"Barbaresco Cru Starderi Vursu DOCG 2005" - was für ein Kraftprotz. Obwohl 3 Stunden vorher dekantiert, lassen sich seine kräftigen Tannine kaum verbergen, was ihn schon in der Nase sehr stämmig wirken lässt. Gut, dass viel Trüffel auf der Nudel war. Im Geschmack dominiert die Kirsche. Der Gaumen stößt hier und da am Gerbstoff an, was aber erstaunlicherweise gar nicht unangenehm wirkt. In jedem Fall ist er in so jungen Jahren ein guter Essensbegleiter und (noch) nicht zum solo trinken. Lagerpotential ist also auf jeden Fall vorhanden!

Fotos: Weinlounge Hamburg

7. November 2009

Abendessen mit Trüffel (2)

Jetzt aber.... der Trüffel kommt. Zugegeben am Ende des Abends wussten wir, dass wir mit weniger ausgekommen wären; aber dann hätten wir Sonntag nicht noch eine Portion Trüffelnudeln zu Hause essen können. Merke also, 50g Trüffel für insgesamt 12 Portionen sind zuviel - außer Sie möchten so wie wir auch noch ordentlich Trüffel über das Fleisch im Hauptgang hobeln. Ein bißchen Dekadenz schadet ja nie.

Als erstes Zwischengericht wartete die Küche des ATLAS mit Kartoffelpüree und pochiertem Ei auf. Getrüffelt wurde der Kartoffelbrei dann natürlich in einem feierlichen Akt von uns selber: Weck-Glas auf, Trüffel No.1 vorsichtig heraus nehmen und dann über die Teller hobeln, was das Zeug hält.





Natürlich wurde auch zu diesem Gericht wieder tief in die La Spinetta-Kiste gegriffen. Als passenden Begleiter kürten wir den "Langhe Nebbiolo Vigneto Starderi DOC 2006". Rechtzeitig dekantiert macht er tatsächlich trotz seines jungen Jahrgangs jetzt schon Spaß. Die feine Gerbstoffstruktur, die sich zwar präsent, aber dabei sehr elegant durch das Pflaumen- und Johannisbeeraroma schiebt, passte hervorragend zu Kartoffel und Trüffel. Hinten heraus sind dezente Pfefferminzaromen spürbar und die obligatorische, aber nicht unangenehme Säure des Nebbiolo sorgt für eine angenehme Länge. Delicato!



Fotos: Weinlounge Hamburg

4. November 2009

Abendessen mit Trüffel (1)

Der Abend stand, auch ohne Winzer Giorgio Rivetti, unter dem Stern der Weine seines Weinguts "La Spinetta" im Piemont! Und so wurde der Abend an der ATLAS Bar entsprechend mit einem wunderbaren Aperitif gestartet: dem "Moscato D'Asti Bricco Quaglia 2008 DOCG". Mit nur 4,5% Alc/Vol ein schönes Leichtgewicht und der perfekte Einstieg in den Abend!



Natürlich hat er die für Moscato typische Restsüße, die hier aber weder klebrig noch unangenehm erscheint. Er wirkt eher erfrischend und verblüfft mit leichten Teearomen. Sehr, sehr feiner Stoff, der sofort alle schlimmen Vorurteile, die man seit den plörrigen Astis der 80er Jahre hat, entkräftet.

Zu Tisch, zu Tisch hieß es dann... Und weiter ging es mit Spinettas Chardonnay Reserve der Extraklasse: "Lidia 2006 DOC"



Und obwohl im Barrique ausgebaut, von Holzhammer keine Spur! Eine saubere Mineralität und fein strukturierte Säure gepaart mit unauffälligen Butterkaramellnoten. Alle waren einhellig der Meinung, dass es fast zu schade war, ihn jetzt schon zu trinken. Vielleicht sprechen wir über diesen Jahrgang in 15 Jahren noch mal. Denn genau soviel Lagerpotential geben wir ihm.

In jedem Fall war er nichtsdestotrotz der passende Begleiter zu unserer ersten Station dieses noch lange dauernden Menüs. Und das hieß ganz simpel: Brot und Olivenöl. Natürlich immer noch unserem Winzer die Treue zeigend mit Olivenöl von, ja richtig, La Spinetta.



Die Oliven für dieses Öl stammen aus der Toskana, von Rivettis Zweitweingut. Ganz typisch für hochwertige Olivenöle ist seine leichte Schärfe, die noch lange am Gaumen kitzelt. Zusammen mit selbst gebackenem Weißbrot ein schöner Magenöffner...

Und dann endlich, der erste Rotwein nahte - zusammen mit der Vorspeise: "Bionzo 2006 DOC Barbera D'Asti Superiore" zu Wildconsommé mit Preiselbeermaultaschen. Überflüssig zu erwähnen, dass der Barbera D'Asti eine perfekte Ergänzung zu den Preiselbeermaultaschen war. Frucht und Frucht gesellt sich eben gerne. Und die kräftige Wildconsommé machte die Gerbstoffe leicht verdaulich auf der Zunge.




Ein grandioser Auftakt unseres 4-Gang-Menüs, der mehr als viel versprechend war und ahnen ließ, was da noch kommen würde.

Fortsetzung folgt (genauso wie dann auch endlich mit dem schon so oft erwähnten Trüffel)...!


Fotos: Weinlounge Hamburg

3. November 2009

MeatLoversClub goes TruffleLoversClub


MeatLovers go TruffleLovers
Ursprünglich hochgeladen von Weinlounge Hamburg
Am vergangenen Samstag war es soweit. Trotz fehlendem Winzer, der uns kurzfristig unter fadenscheinigen Gründen abgesagt hatte, wollten wir nicht ganz und gar auf unser geplantes Trüffelessen verzichten und beschlossen, dass der "MeatLoversClub" mit family & friends zum "TruffleLoversClub" umfunktioniert werden musste!
Und so trafen sich 6 ess- und trinkfreudige Freunde der Weinlounge, um beste Piemonteser Weine und weißen Alba Trüffel im ATLAS Restaurant zu genießen.



Fortsetzung folgt!

6. Juni 2009

Alles Bärnäs, oder nicht? Aus Liebe zu einem Saucen-Klassiker


Mit Saucen ist das offenbar so eine Sache. Nicht umsonst füllt das Thema eigene Kochbücher.

Aber bitte, liebe Küchenchefs, warum einen Klassiker interpretieren?

So geschehen mit der (von mir) geliebten Sauce Béarnaise. Eine klassische Sauce der französischen Küche auf Butterbasis - ähnlich einer Sauce Hollandaise - mit Estragon.
Und wenn eben eine solche als Garnitur auf der Karte steht, darf (ich) der Gast doch auch wohl eine solche erwarten, oder?

Offenbar aber nicht, denn gleich in einer Woche wurde in 2 Hamburger Restaurants diese wunderbare Sauce mit Jus verunglimpft! Diese neue Zutat, die man in KEINEM Kochbuch dieser Welt für Sauce Béarnaise findet, gibt dem Ganzen ein ganz neues Geschmacksbild. Böse gesagt, verändert es nicht nur die Farbe, sondern auch den Geschmack gefährlich in Jägersoße. Noch ein paar Champignonscheiben statt Estragon hinein.... Und fertig!

Brrrrrr, da schüttelt es einen und man möchte schreien: Wenn Ihr schon eine Eigenkreation schaffen wollt, dann schreibt bitte, bitte in Eure Menüs "nach Art des Hauses", damit (ich) der Gast von euphorischer Vorfreude ob einer luftig, leichten Weißwein-Buttersauce mit Estragon nicht in ein zu Tode betrübtes Klagelied verfällt, wenn zähe, braune Sauce den Teller ziert.

Merci!

1. April 2009

GÄSTEGESCHICHTEN UND EIN RESTAURANT REPORT IN DER KRITIK


Ein Blog Post des Thekenmeisters vor einigen Tagen brachte mich zu einem etwas älteren Blog Post von Jörg Meyer, der sich mit der zunehmenden Popularität seiner Bar und den daraus resultierenden Gästen beschäftigt (sehr amüsant zu lesen).
Dieser Post wiederum verweist auf einen ebenfalls älteren Post im Feinschmecker Blog, der, obwohl eben bereits aus Oktober 2008, sicher noch nichts an Aktualität eingebüßt hat und noch viel lesenswerter ist; plaudert hier doch ein Journalist, der 2 Jahre als Freischaffender für den Marcellino's Restaurant Report gearbeitet hat, aus dem Nähkästchen über Restaurantbewertungen durch Gäste.

Angesichts solcher "Aufdeckungen" stellt sich die Frage, ob Internetportale á la Qype nicht doch eine bessere Plattform für "unabhängige" Kritken darstellen, bei der jeder Leser sich selber ein Bild der unterschiedlichsten Beiträge machen und seinen persönlichen Konsenz daraus ziehen kann.

Möge aber jeder selbst entscheiden - am besten durch den aktiven Selbstversuch.