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17. August 2010

Herr Krauß und sein Gespür für Wein

Manchmal ist der Weg, auf dem Weine zu uns finden, durchaus kurios. Oder sagen wir lieber ungewöhnlich. Bei Lukas Krauß, der den "sozialen Medien" mehr als aufgeschlossen ist, war es eine forsche Anfrage via Facebook. Kurz und knapp die Frage, ob wir nicht einmal seine Weine probieren möchten - ganz unverbindlich versteht sich. Nun, wie Sie unten weiter lesen können, haben wir Lukas’ Weine probiert, für gut befunden und uns ins Regal gestellt. Wieder einmal hat uns ein Wein gefunden und nicht umgekehrt - genauso wie es schon bei "Parfum der Erde" der Fall war.

Wenn einer erst 22 Jahre alt ist, wie Lukas, dann darf man ihn mit Fug und Recht als Jungspund bezeichnen. Besonders dann, wenn er sich in einem Business bewegt, in dem man eigentlich mit 35 Jahren noch als „Nachwuchs“ gilt. Sei’s drum. Lukas Krauß macht sich Gedanken. Über seine Weinberge, seinen Wein, seine Etiketten, sein Marketing. Er denkt ganzheitlich. Und das Ergebnis spricht für ihn und seine Produkte.

Chapeau Krauß
Wie das geht? Zufall ist es jedenfalls nicht. Lukas Krauß hat sein Handwerk bei Martin Franzen gelernt, dem derzeitigen Weingutsverwalter von Müller-Catoir. Von ihm hat er den Ansatz übernommen, mit viel Fleiß und Geduld das Beste aus seinen Reben zu machen, statt den Wein erst im Keller veredeln zu wollen. Er verbringt viel Zeit draußen, beobachtet das Wachstum seiner Pflanzen und bringt mit präzisem Laubschnitt, sorgfältiger Bodenbearbeitung und Handlese zur Geltung, was seine Lößböden leisten können.


Mit seinem „Chapeau Krauß“ hat er auf jeden Fall bisher bei uns einen guten Start hingelegt! Scheurebe, Riesling, Müller Thurgau finden sich in dieser tollen, sommerlichen Weißweincuvée wieder. Die Säure ist harmlos, ganz im Gegensatz zur Frucht, die der Wein dem Müller-Thurgau zu verdanken hat. Der Riesling sorgt darüber hinaus für ein bisschen Pepp, so wie die Scheurebe für den herrlichen Duft in der Nase verantwortlich ist. Ein erfrischender Tropfen, der Sie sicherlich sehr gerne auch noch bis weit über den Herbst hinaus begleiten wird.     


Hut abm Herr Krauß!

Wer es nicht erwarten kann, das Schätzchen ins Glas zu bekommen, kann sich die ein oder andere Flasche ganz bequem im Internet in unserem Online-Shop bestellen...

Weingut Krauß
"Chapeau Krauß"
QbA trocken 2009
Pfalz, Deutschland                   
Euro 5,95 je 0,75l (1l=€7,93) inkl. MwSt.



Foto: Andreas Durst

30. Juli 2010

Wein aus der "Fabrik"

Keine Panik! Hier handelt es sich nicht um Massenware oder ähnliches. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Hans-Joachim Klose ist in die Weinberge des Rheingau hinein geboren worden und im Hauptberuf IT-Systemarchitekt. Nebenberuflich ist er seit 1995 auch Winzer. Das lässt ihm eine gewisse Freiheit und Unabhängigkeit zu. Seine Kelter steht in einer ehemaligen, 100 Jahre alten Fabrik in Geisenheim, die nach und nach zusätzlich zu einer Event-Location umgebaut werden soll. Wie so viele Weinmacher im Rheingau baut „Jojo“, wie ihn seine Freunde nennen dürfen, ausschließlich Riesling an. Und der ist seine selbsternannte Passion. Er lässt den Trauben im Weinberg, genau so wie auch im Keller, viel Zeit. Meist füllt er seine Weine erst Mitte des Jahres ab und bringt sie dann auf den Markt. Neben seinen Rheingauer Wurzeln kann er aber die Begeisterung für seinen IT-Beruf auch in Sachen Wein nicht ganz verleugnen. Das Weingut Werk2 steht neben seinem Anspruch, erstklassige Rielsinge zu produzieren, ebenso für Kommunikation, Web2.0 und Networking. Klar, dass Hans-Joachim Klose, was Social Media betrifft, genauso weit vorne ist, wie im persönlichen Gespräch mit seinen Kunden.
Seine Weine heißen „Supernova“ oder „Dreamweaver“. Sogar „Fly me to the moon“ hat er einmal einen genannt. Die astronomische Reihe der Weine wurde aber ab 2008 von Begriffen aus der Welt der Informatik abgelöst. Wundert irgend jemanden das wirklich?
So ist „Dreamweaver“ in der Welt der Computerprogramme bekannt für seine Komplexität, seinen großen Funktionsumfang und einen hohen Preis, weshalb vielfach nur Profis dieses nutzen. Übersetzt bedeutet es quasi „Traumweber“. Und einen „Rieslingtraum“ hat der Herr Klose da in der Tat programmiert, oder sagen wir lieber gestrickt. Von allem anderen eher das Gegenteil. Das heißt nicht, dass wir ihm Komplexität absprechen wollen. Setzt man komplex aber mit kompliziert gleich, ist er das auf gar keinen Fall. Der „Dreamweaver“ Riesling aus Eltville ist ein unkomplizierter Zeitgenosse - elegant, mit typischer Nase und Geschmack von Pfirsich und ein wenig Zitrusfrucht sowie einer rassigen Säure, die aber keineswegs so knackig und aufdringlich daher kommt, wie bei anderen Rheingauer Kollegen. Seine Funktion ist denkbar einfach: trinken und Spaß daran haben. Und bei seinem Preis machen wir uns gar keine Sorgen. Für unter 10 Euro (auch bei uns im Online-Shop) ist das nicht nur etwas für Profis, sondern für jeden Rieslingliebhaber genießbar!

Werk2
Dreamweaver Eltville Riesling QbA trocken 2009
Rheingau, Deutschland
Euro 9,95 je 0,75l
(1l=€13,27) inkl. MwSt.


Fotos: Werk2 (1, 3), Weinlounge Hamburg (2)

26. Juli 2010

Der Müller aus Thurgau aus Württemberg von PdE

Die Rebsorte Müller-Thurgau verdanken wir Professor Hermann Müller (1850-1927), der aus dem Schweizer Kanton Thurgau stammend im Rheingauer Geisenheim Weinbau studierte und im Jahr 1882 diese Neuzüchtung anpflanzte. In Wädenswil in der Schweiz wurde die Sorte an der dortigen Forschungsanstalt für Wein dann weiterentwickelt und 1913 nach ihrem Züchter benannt. Die auch Rivaner, nach seinen früher vermuteten Elternreben Riesling x Silvaner, genannte Rebsorte ist, wie man heute weiß, eine Kreuzung von Riesling x Madeleine Royale.

Normalerweise erwartet man bei einem Müller-Thurgau, einen leichten, eleganten Wein mit einem angenehmen Muskatton, vielleicht einem blumigen Aroma, einer unkomplizierten Frucht und mit milder Säure.

Normalerweise! Der aufmerksame Bildbetrachter hat sicherlich schön längst bemerkt, dass es sich in unserem Fall um einen neuerlichen Parfum der Erde-Wein handelt, hinter dem das Weinmacher-Duo Dr. Rainer Scholz und Andi Knauß steckt.

Wer den Müller-Thurgau noch aus dem vergangenen Jahr kennt, kann sich übrigens davon verabschieden. Wer einen noch ausdrucksstärkeren Wein mit Lagerpotenzial haben möchte, sollte jetzt aufmerksam weiter lesen.

Denn die Jungs haben sich hier ein neuerliches Husarenstück geleistet. Genau wie beim „Schillerwein“ konnten sie auch hier die Finger nicht vom Holzfass lassen und haben ihn natürlich rein gepackt. Ebenfalls zwar "nur" 2. Belegung in französischer Eiche (medium), aber heraus gekommen ist ein kleiner, vorwitziger Kraftprotz, der es mit jeder Burgunderrebsorte aufnehmen könnte.

Gott sei Dank, muss er das aber gar nicht. So eigenständig ist er. Stellen Sie sich einfach einen Salat aus roten und weißen Trauben und Rosinen mit einem Hauch Vanille vor. Bingo! Das ist dieser Müller-Thurgau. Das Etikett selbstverständlich in alter Parfum der Erde-Manier mit den GPS Koordinaten Weinguts versehen - 48° 47' 45" north und 009° 25' 01" east.

Aber nach himmelhoch jauchzend kommt immer ein zu Tode betrübt, denn auch hiervon sind uns keine 200 Flaschen zugeteilt worden, die nun, wie schon beim "Schillerwein" gerecht unter unseren Kunden „verteilt“ werden wollen. Oder einfacher: wer zuerst kommt mahlt zuerst.

Jüngst dachten wir übrigens, der perfekte Essensbegleiter für diesen ausdrucksstarken Wein wäre ein Kalbskotelett vom Grill mit ordentlich Sommertrüffel darüber gehobelt. Als relativ unspektakuläre Beilage haben wir uns Jamie Olivers Waldorfsalat* ausgesucht, um nicht zu sehr vom Fleisch abzulenken. Und was ist passiert? Sie können es sich sicher denken.
Ausgerechnet der Salat, und nicht das Kotelett, harmonierte perfekt mit dem Wein. Das leicht säuerliche Joghurt-Dressing, die angerösteten Walnüsse, die bitteren Endivien-Blätter, der milde Blauschimmelkäse und der Müller-Thurgau.....ein Gedicht! So ist das eben manchmal mit den Weinempfehlungen zum Essen. Gut, dass wir es jetzt besser wissen!

Parfum der Erde
48° 47' 45" north und 009° 25' 01" east
Müller-Thurgau QbA trocken 2009
Württemberg, Deutschland
Euro 12,95 je 0,75 (1l=€17,27)

Sie möchten den Wein online bestellen? Gerne und zwar hier!


*AUS ALT MACH NEU
Waldorfsalat Jamies Style
Für 4 New Yorker

Zutaten
4 große Hand voll verschiedener Salatblätter (z.B. Endivie, Rukola,
Römersalat, Frisée, Lollo Rosso), gewaschen und getrocknet
2 große Hand voll kernlose, halbierte weiße oder rote Weintrauben
3 mittelgroße Stangen Staudensellerie
ca. 100g Walnüsse, grob zerhackt
kleines Bund glatte Petersilie
1 roter Apfel (z.B. Braeburn oder Pink Lady)
150g Blauschimmelkäse (z.B. Roquefort)

Für das Salatdressing
1 gehäufter TL Dijon Senf
2 TL Weißweinessig
Olivenöl von guter Qualität
1 gehäufter TL Joghurt natur
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Salatblätter und Trauben in einer großen Salatschüssel vermengen. Mit einem Sparschäler die äußeren Fäden der Selleriestangen vorsichtig entfernen, diese dann schräg in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Die Walnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze anrösten. Aufpassen, dass sie nicht zu dunkel werden. Trennen Sie die Petersilienblätter von den Stielen (diese bitte aufheben). hacken diese und geben die Petersilie ebenfalls zu dem Salat. Für das Dressing die ebenfalls klein gehackten Stiele zusammen mit dem Dijon Senf und dem Weißweinessig in ein mittelgroßes Marmeladenglas geben und dreimal so viel Olivenöl hinzufügen. Ebenfalls den Joghurt sowie Salz und Pfeffer dazu geben. Den Deckel zuschrauben und shaken, was das Zeug hält. Anschließend kurz probieren und ggf. mit Olivenöl, Essig oder Joghurt nachjustieren. Das fertige Dressing über den Salat geben, so dass alle Blätter gerade genug abbekommen. Den Apfel in Stifte (wie Streichhölzer) schneiden und über dem Salat verteilen. Ebenso die Walnüsse. Alles schön – am besten mit den Händen – vermischen. Auf Salattellern oder einer großen Platte anrichten. Darauf achten, dass die Trauben und Walnüsse oben sind. Anschließend noch den Blauschimmelkäse darüber“bröseln“ und einen Schuss Olivenöl darüber träufeln..... Fertig!

Rezept frei übersetzt aus „Jamie’s America“ von Jamie Oliver erschienen bei Penguin Group



Foto: (1)Weinlounge Hamburg, (2) Abbildung von
„Jamie’s America“ von Jamie Oliver erschienen bei Penguin Group

15. Juli 2010

Der Dichter und der Denker

Reden wir über eine merkwürdige Begebenheit rund um die Welt des Weins. Da heißt einer „Schillerwein“ und hat gar nichts mit dem großen Dichterfürsten und Dramatiker (Johann Christoph) Friedrich von Schiller zu tun. Vielmehr hat er seinen Namen vermutlich schon seit dem Mittelalter wegen seiner schillernden Farbe!



Schiller war Dichter, Dr. Rainer Scholz ist Denker – Querdenker. Bereits letztes Jahr hat er das mit seinen Erstlingsweinwerken bewiesen. Nun gibt es die Zweitauflage mit einem Neuzugang in der Parfum der Erde–Weinfamilie: seinem „Schillerwein“. Sie kennen „Schillerwein“ gar nicht? Kein Wunder, da er nur wenig produziert wird. In Deutschland ausschließlich in Württemberg unter der Bezeichnung „Rotling“.

60% Spätburgunder und 40% Riesling aus einem Weinberg, der wie immer durch die Geokoordinaten auf dem Etikett exakt benannt wird, sind von den Weinverrückten Dr. Rainer Scholz und Winzer Andi Knauß für diesen Wein verwendet worden. Und da sie immer versuchen, ein bisschen anders und vor allem mutiger als andere zu sein, haben sie dem Wein zudem ein wenig Lagerung in französischen Eichenholzfässern (2. Belegung)gegönnt. Der dadurch provozierte leichte Vanilleton macht sich bereits in der Nase bemerkbar, wo er wunderbar mit der fein-fruchtigen Erdbeernote harmoniert. Das Ganze setzt sich am Gaumen fort und beschert ihm einen wunderbaren, langen Verbleib auf der Zunge.

Leider sind keine 300 Flaschen davon produziert worden, so dass wir exklusiv für Hamburg als einer von zwei deutschen Fachhändlern nur knappe 128 davon abbekommen haben. Und weil außerdem das Hamburger Abendblatt den „Schillerwein heute zum „Wein der Woche“ gemacht hat, ist die Jagdsaison auf die paar Flaschen eröffnet....


Parfum der Erde
48° 46' 53" north

009° 22' 05" east

Schillerwein QbA trocken 2009

Württemberg, Deutschland


Euro 9,95 je 0,75 (1l=€13,27)




Foto: Weinlounge Hamburg

3. Juni 2010

Summertime - Sommersturm

Das Sommermärchen kann kommen.... Bei uns ist schon eins da:
Koeglers „Sommersturm“ aus dem Rheingau.

Mit mehr Riesling als Kerner in dieser Cuvée ist dieser Perlwein mehr als nur ein trinkbarer Aperitif. Im Glas moussiert er leicht ohne mit zu viel Kohlensäure zu prahlen. Die Farbe kommt hellgelb daher mit grünlichen Reflexen. Der Riesling gibt ihm eine schöne Frische mit genügend unaufdringlicher Säure, um ihn lang genug am Gaumen zu halten. Der Kerner macht den Fruchtabschluss perfekt. Ein Allrounder, der zu jeder Gelegenheit, schmeckt und der unserem Herrn Koegler aus Eltville im Rheingau formidabel gelungen ist.

Vergessen Sie also Prosecco, trinken Sie „Sommersturm“.....

Weingut J. Koegler | „Sommersturm“ QbA trocken 2009
Rheingau, Deutschland | 0,75l für Euro 7,40 (1l=€9,87)


Foto: Weinlounge Hamburg

13. April 2010

Von Rotwild, Pinot und einer aufgeräumten Hexenküche | Reise Review 3

Samstag, 13. März 2010 - endlich Sonne! Auf, auf nach Baden, genauer gesagt in den Kraichgau nach Bruchsal. Wer hätte gedacht, dass Bruchsal so viel zu bieten hat. Unter anderem findet man hier eines der schönsten Barockschlösser Deutschlands. Leider war die Zeit aber zu knapp, um eine ausgiebige Sightseeing-Tour zu machen.... Deshalb gleich zum Weingut Klumpp, das am Stadtrand von Bruchsal liegt.



Freundlich von "Patronin" Marietta Klumpp, die an diesem Tag dank ausgeflogenem Ehemann und Söhnen die "Alleinherrschaft" über Hof und Keller hatte, empfangen, stürzten wir uns gleich in die umfangreiche Weinprobe. Endlich konnten wir den neuen Jahrgang 2009 verkosten, denn im Laden waren wir schon seit Wochen klumpptechnisch trocken gefallen.

Manchmal entdeckt man dann sogar bei seinem Winzer, von dem man dachte, man kennt das Sortiment, doch noch eine Überraschung. So auch bei Klumpp. Irgendwie war uns die Existenz von "ROT WILD" wohl bisher entgangen.

ROT WILD

Dieser Perlwein ist genau das Richtige für heiße Sommertage. Dahinter verbirgt sich eine Weißweincuvée, die außerdem mit Johannisbeersaft "angereichert" ist und somit mehr einem spritzigen, leicht säuerlichen Erfrischungsgetränk gleicht, dem man die nur 7% Alkohol sowieso nicht anmerkt, geschweige denn, dass man diese schmeckt. Ein herrlicher Aperitif oder Begleiter durch einen lauen Sommerabend.

Auch ansonsten präsentierte sich der neue Jahrgang mehr als positiv im Glas. Alle Weine haben eine feine Säurestruktur abbekommen, ohne dass die Frucht darunter leidet! Insbesondere der Riesling ist eleganter denn je. Dank der Gastgeberin, wie sie übrigens im Buche steht, konnte uns die nicht enden wollende Verkostungsreihe auch nichts anhaben. So schnell habe ich noch nie eine köstliche Brotzeit auf den Tisch fliegen sehen. Danke, Marietta!
Frisch gestärkt konnten wir dann also die Kellerführung angehen. Begleitet von Familienneumitglied Schäferhund "Pinot", der ganze stolz der Familie,

Klumpp-Hund "Pinot"

ging es los. Zugegebenermaßen ähneln sich die Keller der deutschen Winzer sehr - zumindest wenn erst neuerlich modernisiert wurde oder der Betrieb noch verhältnismäßig jung ist, wie im Falle Klumpp.

Markus Klumpps "Hexenküche" - alles für die Weinanalyse

Marietta Klumpp & Felix Jaeger

Teil von Klumpps Barriquelager

Nach diesem letzten Rundgang auf badischen Boden und guten vier Stunden Aufenthalt im Kraichgau, wurde es dann auch langsam Zeit für uns nach Frankreich zu schielen. Denn es sollte noch am gleichen Tag heißen: Elsass, wir kommen!


Fotos: Weinlounge Hamburg

12. April 2010

Die 1. Twitter Wine Awards


Am letzten Wochenende trafen sich mehr als ein Dutzend Weinenthusiasten im beschaulichen Sauernheim - genauer gesagt im Gasthaus zur Eiche. An dieser Stelle sei vorweg genommen, dass die Weinlounge Hamburg leider keinen Abgesandten nach Franken schicken konnte, aber zum einen selbstverständlich mit drei Weineinreichungen beteiligt war und zum anderen, soweit das große fränkische Funkloch es zuließ, online mitfieberte.

Die Idee zum Experiment "1. Twitter Wine Award" hatte Rheinhessen-Winzer und Wein-Web2.0-Addict Dirk Wuertz, nachdem die Twitter-Verkostungen mittlerweile zu einer festen Institution geworden sind und jetzt ein basisdemokratischer Preis endlich fällig geworden ist. Ein "Bürgerpreis! sozusagen, denn die Jury bestand vor allem aus Nicht-Weinprofis!

Die Teilnahmebedingungen waren denkbar einfach. Jeder (Weinmacher, Weinfachhändler, Konsument) durfte maximal je 3 Weiß- und Rotweine einschicken. Aus Deutschland mussten sie sein und für den Endverbraucher unter € 10,00 kosten. So sind immerhin knapp 70 Weine für die Verkostung zusammengekommen. Der größte Teil wohl weiß und trocken, wie berichtet wurde.

Bewertet wurde nach einem einfachen 3-Stufen-Plan: geht so || gut trinkbar || mehr davon


Warum wir das hier alles erzählen?
Ganz einfach, weil einer, der von uns eingereichten Weißweine, gewonnen hat!



Weingut Jürgen Hofmann | Sauvignon Blanc QbA trocken 2009 | Rheinhessen

Auch wenn Jürgen bis heute immer noch nicht so ganz genau weiß, was Twitter eigentlich ist, so hat es ihn doch gefreut, "irgendetwas" gewonnen zu haben.....


Wer mehr über die Siegerweine, den Event und vor allem Augenzeugenberichte des Wochenendes lesen möchte, kann das hier tun:

Wuertz-Wein

Gazzetta del Vino

DonSimon

Pasta

Denny Ramone

Bad Kreuznach-Blog

Wer noch mehr Bilder sehen möchte, kann dies auf der Flickr-Seite von @Joggl tun....

Wir freuen uns jetzt schon auf die "2. Twitter Wine Awards" und werden durch Anwesenheit glänzen!



Foto Copyright by @Joggl
Logo by Wuertz

2. April 2010

Da, wo die Funklöcher am größten sind | Reise Review 2

Vom Rheinhessischen ging es am frühen Freitagmorgen des 12. März 2010 weiter Richtung Pfalz und damit auch Richtung "größtes zusammenhängendes Funkloch" unserer Reise. Genauer gesagt aber fuhren wir nach Deidesheim. Kleine Stadt im Herzen der Pfalz, die bei gutem Wetter, sommerlichen Temperaturen und vielen Touristen sicherlich ihren ganz eigenen Charme hat und einen Besuch wert ist. Gut, an einem kalten, grauen, verregneten Vormittag ist der Besuch von Deidesheim nicht wirklich empfehlenswert.


Zur Verdeutlichung mal ein paar Öffnungszeiten: Café "Central" ab 14.00 Uhr, Filmmuseum (nur Mittwoch bis Sonntag) ab 14.00 Uhr, Museum für Weinkultur (ebenfalls nur Mittwoch bis Sonntag) ab 15.00 Uhr, Weinbar Krack ab 14.00 Uhr und und und..... Wir hätten zum Mittagessen vielleicht den Deidesheimer Hof wählen können. Da wir uns aber ausgerechnet an diesem Tag nicht wie 65 Jahre alt gefühlt haben, haben wir mal darauf verzichtet.
Highlight blieb somit die durchgängig geöffnete (!) Schlecker-Filiale, um uns mit Getränken zu versorgen.

Also, auf gen ersten Termin des Tages: Verkostung bei Müller-Catoir in Neustadt-Haardt. Vorher noch ein ambitioniertes, aber am Ende doch eher bodenständiges Mittagessen im einzigen Restaurant des Ortes, dem "Mandelhof", der sich selber als Restaurant, Hotel und Kunstgalerie versteht. Nun denn, mit Grundlage im Magen also ins Müller-Catoir'sche Anwesen,





um im Verkostungsraum mit beeindruckend bemalter, historischer Kassettendecke Altes und Neues zu probieren.

Besonders begeistert hat die "Mandelring Scheurebe Spätlese 2008".



In der Nase schon eine beeindruckende Frische, die man von einem halbtrockenen Wein mit rund 90g Restzucker gar nicht erwartet hätte, und fetten Aromen von Pampelmuse. Keine Spur von Süße. Der erste Eindruck am Gaumen ist dann auch eine angenehme Säure, die den Wein frisch und lebendig macht, sowie der zweite Eindruck sofort die Grapefruit wieder aufgreift. Der Fruchtgeschmack explodiert förmlich. Die gar nicht klebrige Restsüße sorgt dafür, dass der Wein noch lange im Mund in Erinnerung bleibt. Dieser Tropfen ist vielleicht nicht gerade ein "Zechwein", aber als Essensbegleiter ist er in jedem Fall eine Wucht. Am besten zu süß-saurem Asiatischen, Käse oder Nachtisch.

Und weil uns der Wein so gut gefallen hat, wurden davon gleich mal ein paar Flaschen für das heimische Ladenregal geordert. Wie übrigens auch vom Sauvignon Blanc, der Ende Mai eintrudeln sollte, und von dem es nur 120 Flaschen bei uns geben wird, da die Mengen rigoros zugeteilt werden.

Zwei Stündchen später dann Abfahrt aus Haardt weiter durch die Pfalz, weiter in den Süden. Nächste Station sollte das Weingut Stern sein, um Jungwinzertalent Dominic Stern zu treffen. So brachte uns das Navigationssystem sicher nach Hochstadt.





Was für ein herzlicher Empfang! Auch hier haben wir uns gleich, an der Brennblase



vorbei, in den Keller führen lassen, um die aktuellen Fassproben zu probieren. Man muss ja schließlich wissen, was man so demnächst wieder im Laden hat!



So viel Zeit wollten wir Dominic auch gar nicht stehlen, da er mitten in den Vorbereitungen (selber zum letzten Mal probieren) für die für's Wochenende geplante Abfüllung steckte.

Also, Abfahrt zur Endstation des Tages nach rund 200km durch deutsche Landen: das Seehaus Forelle Haeckenhaus in Ramsen.



Ein echter Geheimtipp übrigens, denn noch nicht mal der gemeine Pfälzer an sich hatte davon vorher schon einmal gehört. Entsprechend schwierig, weil inmitten eines dunklen Walds gelegen, war es auch zu finden. Da das Hotel mit einem gemütlichen Restaurant ausgestattet ist, dessen Spezialität (wen wundert's?) natürlich Forelle in diversen Varianten ist, konnten wir hier den Abend dann entsprechend besinnlich bei eben Forelle und Rehfilet ausklingen lassen - ohne jegliche Anbindung an das deutsche Vodafonenetz ..... das sollte sich in Baden am nächsten Tag aber, Gott sei Dank, ändern!

Fortsetzung folgt!

Fotos: Weinlounge Hamburg

26. März 2010

Jetzt geht's los.... | Reise Review 1

Wie die meisten wissen, sind wir am Mittwoch, 10. März 2010, zu unserer großen "Tour de Allemagne et France" gestartet, um Weingüter zu besuchen, Winzer zu treffen und neue Eindrücke zu gewinnen. Die Reisebeschreibung wollen wir natürlich nicht schuldig bleiben, und so startet hier unsere kleine Reise Review.

Los ging es leider sehr spät an jenem Mittwoch zum ersten kurzen Zwischenstopp in Düsseldorf. Im Auto (vorerst): 1 Koffer, 1 Reisetasche, 2 Kleidersäcke und 2 Computer - und kurzfristig 2 Katzen.

Nach einer relativ kurzen Nacht konnten wir am Donnerstagmorgen dann aber endlich durchstarten in Richtung der deutschen Weinanbaugebiete. Die ersten Autobahnkilometer führten uns zunächst in den Rheingau mit einem kurzen Fotostopp à la "japanischer Tourist" zu Schloss Vollrads.

Schnell bei blauem Himmel und Sonne den historischen Wohnturm fotografiert und wieder ins Auto gehüpft, um mittels Fähre den Rhein gen Rheinhessen zu überqueren. Das eigentlich wohl verdiente Mittagessen musste leider ausfallen, da unser präferiertes Restaurant "Kronenschlösschen" in Eltville ausgerechnet an diesem Mittag geschlossen hatte - Rheingau Gourmet Festival sei Dank!

Next stop: das beschauliche Appenheim in Rheinhessen - Termin mit unserem Winzer Jürgen Hofmann* zur Verkostung des neuen Jahrgangs 2009.

Lecker Stöffchen, was der Herr Hofmann da wieder in die Flasche gebracht hat. Insbesondere bei seinem "Sauvignon Blanc" QbA trocken 2009 hat er wieder mal ein Schippchen oben draufgelegt, wie wir finden... Dieses Jahr ist ihm der Sauvignon Blanc noch eine Spur eleganter gelungen. Die vollreifen exotischen Früchte sind eher der Stachelbeere gewichen und die zarte Säure passt sich gut in dieses neue Geschmacksbild ein. Genau der richtige Wein für Genießer, die sich nicht zwischen einem Sauvignon Blanc aus Frankreich oder Südafrika entscheiden können, sondern lieber etwas Einzigartiges haben möchten!



Logischerweise haben wir nicht nur das probiert, was schon gefüllt ist, sondern sind zudem in Jürgens kleine Stahltank- und Barrique-Keller gestiegen, um auch erste Fassproben in rot und weiß zu verkosten. Und eins steht fest, genauso wie bei den ersten Abgefüllten, ist hier ebenfalls schon das großartige Potential des 2009er Jahrgangs zu erkennen. Wir dürfen also gespannt sein und in Vorfreude schwelgen!

Besonders froh sind wir, dass es in diesem Jahr endlich wieder eine "FUSION II" von Jürgen und Ehefrau Carolin geben wird, nachdem der Jahrgang 2008 ausfallen musste. Grund dafür war das natürliche Stoppen der Spontangärung, was dazu geführt hat, dass der Restzucker nicht weiter verstoffwechselt worden ist. Also ist der Wein "lieblich" geblieben und nicht mehr "trocken" geworden ist.

Nach dieser ausführlichen Probe also, bei der natürlich kräftig gespuckt worden ist, führte uns der Weg zu unserem Tagesziel, nämlich in das beschauliche Harxheim in Rheinhessen, wo wir in der entzückenden Pension Reßler ein Zimmer gebucht hatten.
Das Abendessen allerdings sollte in der Königsmühle bei Dirk Würtz eingenommen werden, wo schon standesgemäß die Holzkohle für ein großes Stück Rindfleisch für 5 zum Glühen gebracht worden ist.
Was sollen wir sagen? Der Abend endete feucht-fröhlich


mit den beiden Gastgebern Winzer Dirk Würtz und seiner Frau Gabi, die tolle mediterrane Kartoffeln zum Fleisch gezaubert hatte sowie Michael Gmall, der uns bei der Übernachtungsorganisation in Harxheim geholfen und uns mit einem Glas Champagner willkommen geheißen hat....!

Tausend Dank!!!!

*Jürgen Hofmann wird übrigens einer unserer Gastwinzer auf der 2. Wineries Flight Night am Freitag, 07. Mai 2010, ab 20.00h in der Weinlounge Hamburg sein, wo er auch die Weine seiner Frau Carolin vom Weingut Willems-Willems von der Saar vorstellen wird.



Fotos: Weinlounge Hamburg