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23. Dezember 2010

Grosses Kino - was sonst?

And action!
Normalerweise entsteht ein US amerikanischer Director’s Cut erst dann, wenn der entsprechende Spielfilm bereits (erfolgreich) in den Kinos gelaufen ist. Anders verhält es sich bei der gleichnamigen Weinlinie des Regisseurs Francis Ford Coppola. Hier ist der Filmemacher auch gleichzeitig Weinmacher, was impliziert, dass alle Weine der Director’s Cut-Linie unverfälscht und ganz im Sinne des Erfinders sind. Geprägt durch die Authentizität der Rebstöcke, des Terroirs, das Gespür des Weinmakers Corey Beck und am Ende auch den Willen des Meisters selber. Neben den reinsortigen Weinen dieser Kollektion, macht die außerordentliche Rotwein-Cuvée „Cinema“ ihrem Namen alle Ehre, denn sie hat alles, was ein guter Film, pardon Wein, braucht.

Der Hauptdarsteller Cabernet Sauvignon spielt sich im Plot der Blend mit seiner ausdrucksstarken Würze von Nelken und Zigarre und den wunderbaren und für den Charakter typischen Paprikaaromen deutlich in den Vordergrund. An seiner Seite in einer dominanten Nebenrolle nicht zu vernachlässigen ist der Zinfandel als Widersacher. Trumpft er doch mit seiner beeindruckenden Frucht, wie Himbeeren und Kirschen auf, und bietet seinem „Gegner“ gekonnt Paroli. In einer kleinen, aber feinen weiteren Nebenrolle findet sich der Cabernet Franc. Zuständig in dieser geschmackvollen Geschichte für die Eleganz.
Nach 18 Monaten aus der Filmkonserve französischer Barriques dem breiten Publikum präsentiert, ist die Tanninstruktur wunderbar weich und der Wein schmiegt sich samtig um die Zunge - gerade so wie der Zuschauer sich in seinen Kinosessel.

Ganz großes Kino nicht nur für ausgesprochene Cineasten, sondern vielmehr für Weinliebhaber mit dem Faible für das Besondere. Das perfekte (Weihnachts)Geschenk also für den Wein trinkenden Filmliebhaber! Cut!

Leider sind nur wenige Flaschen über den großen Teich gekommen, so dass wir schnelles Zugreifen empfehlen...

Francis Ford Coppola Winery
Director’s Cut Cinema 2007
Sonoma Coast, Kalifornien, USA
Euro 38,90 je 0,75l (1l=€51,87)

6. November 2010

Muss man getrunken haben?!

Normalerweise spricht man von der sprichwörtlichen Spitze des Eisberges. Wir haben gleich drei Bergspitzen im Angebot. Der „Tres Picos“ der Bodegas Borsao gehört zudem zu den „1001 Weinen, die Sie probiert haben sollten, bevor das Leben vorbei ist“, glaubt man dem gleichnamigen Buch von Neill Beckett.

Ob Sie die 1001 Weine voll machen möchten, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. Unseren kraftvollen Spanier sollten Sie aber in jedem Fall probieren, wenn Sie auf komplexe und konzentrierte Rotweine stehen.

Die ältesten Garnacha-Reben des Weinguts liefern die Trauben für diesen exzeptionellen Wein, der erst lange auf der Maische vergoren wird, bevor er in neuen Barriques zur Reifung lagern darf. Angepflanzt sind sie im kleinen Anbaugebiet Campo de Borja, das süd-östlich von Navarra und Rioja liegt, an den Hängen des berühmten Berges Moncayo.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Herbstspaziergang durch den Wald“ wäre wohl die treffendste Beschreibung für die Noten von Unterholz, Brombeere, Pflaume und Vanille, die sich sofort an Nase und Gaumen festklammern, wie Novembernebel am Waldboden. Die Farbe ist so tiefdunkelrot, wie die Stellen, wo kein Sonnenstrahl mehr durch das dichte Geäst dringt. Gönnen Sie dem Wein einen tiefen Atemzug kühler Herbstluft, bevor Sie ihn zur Gemütserhellung genießen!

Bodegas Borsao | Tres Picos Garnacha 2008 | Borja, Spanien
Euro 16,90 je 0,75l (1l=€22,53) 


Foto: Weinlounge Hamburg

21. September 2010

Der glueckliche Jaeger

Mit diesem ungewöhnlichen Bordeaux gibt es erstmalig
eine Exklusivabfüllung für die Weinlounge Hamburg.
„Le Chasseur Heureux“ (der glückliche Jaeger) ist eine Cuvée aus 95% Cabernet Franc und 5% Cabernet Sauvignon, was an sich schon ungewöhnlich ist, da ein nahezu rebsortenreiner Cabernet Franc im Bordeaux kaum mehr gemacht wird. Die Reben sind bereits 45 – 50 Jahre alt, deshalb konnten wir auch die Bezeichnung „Vieilles Vignes“ vergeben. Das Etikett zeigt im übrigen das Familienwappen der Familie Jaeger und ist somit in doppelter Hinsicht etwas ganz Besonderes!

Die Farbe dieses Lieblingsweins ist ein tiefes Purpurrot
mit dunkel Lila Reflexen und einer wunderbaren Dichte.
Die Nase erinnert vom ersten Moment an einen Korb
voller Waldbeeren. Insbesondere der Duft von Brom-
beeren und Heidelbeeren sticht angenehm hervor.
Was in der Nase begonnen hat, geht im Mund weiter.
Frucht pur, seidige Tannine und mit einem Hauch Würze – ein Gaumenschmeichler par excellence, der außerdem durch einen langen Nachhall glänzt. Kombiniert mit jeder Art von Fleischgerichten, besonders aber zu Geschmortem oder Ente mit Rotkohl im bevorstehenden Winter, ist er ein Hochgenuss!

Chateau Perayne
„Le Chasseur Heureux“ 2005
Vieilles Vignes • Bordeaux Rouge
Bordeaux • Frankreich
Euro 19,90 je 0,75l (1l=Euro 26,53)

You  wanna try? Buy! 

2. August 2010

Sommertemperatursturzblues

Die Temperaturen haben zwar, Gott sei Dank, noch lange nichts mit Winter zu tun, aber so einen leicht gekühlten Rotwein in Ehren sollte niemand verwehren. Bei 20°C ist der nämlich durchaus ein probates Mittelchen gegen den kleinen Sommertemperatursturzblues.

Bereits seit Mitte des 12. Jahrhunderts existiert Château de Lascaux im kleinen Örtchen Vacquière am Fuße der Cevennen und gilt als eins der bedeutendsten Weingüter der Appellation Pic Saint-Loup. 20km vom Mittelmeer entfernt, ist das Klima durch heiße Sommertage und kühle Nächte sowie die kalten Winde des Mistral und Tramontana geprägt. Das bedeutet aber auch lange Reifeperioden für die Trauben, worin sich das ungewöhnlich lange Reife- und Lagerungspotenzial der Weine dieser Gegend begründet. Die typischen Rebsorten sind Syrah, Grenache, Mourvèdre und Cinsault, die hier auf besonders kalksteinigen Böden wachsen.


Der Wein wartet mit einem intensiven Rot im Glas auf. Aufgrund seiner Jugend schleichen sich hier und da schöne violette Farbentrückungen ein. Der Australier würde vermutlich „GSM“ auf’s Etikett schreiben, was der Franzose deutlich vornehmer als Cuvée de Grenache, Syrah et Mourvèdre bezeichnet. Kirsche ist die dominierende Frucht in dieser Komposition, in der aber auch Brombeere und Johannisbeere mitmischen. Fast meint man, die kalten Winde schmecken zu können, weht es einem doch ein wenig kühl um die Zunge. Oder sind das doch die Kräuter- und Kaffeearomen, die so schmeichelnd den Gaumen umwerben? Ein kompaktes, aber unaufdringliches Kraftpaket, das schnurrende Tannine und eine streichelzarte Säure hat und zu keiner Zeit ein unangenehmer Languedoc-Rabauke ist. Vielmehr gibt er den sanften Stubentiger, den man gerne jeden Abend um sich haben möchte.

Sie möchten die Schnurrkatze gerne auch bei sich zu Hause haben - den kuscheligen Südfranzosen gibt es hier!

Château de Lascaux
Château de Lascaux Rouge 2008 AOC
Pic Saint-Loup, Coteaux du Languedoc, Frankreich

0,75l für 10,95 (1l = Euro 14,60)
 inkl. MwSt.


Foto: Weinlounge Hamburg

19. Juli 2010

Fauler Meister Lampe

Riverine Rabbit – noch nie gehört? Macht nichts. Oder vielleicht doch, denn es handelt sich um eine Hasenart, von der es nur noch 200 Exemplare gibt. Nun denken Sie an, „Rammeln wie die Karnickel“? Eben nicht. Und genau da liegt der Hund, Entschuldigung der Hase, begraben.

Bei dieser Spezies handelt es sich um eine bedrohte Tierart, die ausschließlich in der südafrikanischen Weinbauregion Robertson beheimatet ist. Genauer gesagt in unmittelbarer Nähe der Weinberge des Weinguts Graham Beck, die ein Naturschutzgebiet und Wildreservat mit einschließen. Leider sind die männlichen Vertreter der Nagetiergattung lediglich an ausgiebigem Fressen interessiert und nicht mehr an Fortpflanzung. So sind die Körperausmaße der männlichen Tiere so umfangreich, dass an Sex nicht mehr zu denken ist.

Dem Wildreservat hat Graham Beck eine eigene Weinlinie gewidmet: The Game Reserve! Darunter ein reinsortiger Chenin Blanc, der den Riverine Rabbit als Motiv auf dem Etikett trägt. Ein Teil des Verkauferlöses dieser Wein-Kollektion wird zum einen für die Erhaltung der Fauna und Flora aufgewendet, zum anderen um Wege zu finden, die Vermehrung der Hasen zu forcieren – sei es durch künstliche Befruchtung oder „Diätkarantäne“.

Die Trauben für diesen Chenin Blanc wurden so lange wie möglich bis zur vollen Reife am Rebstock belassen, was ihm eine kräftige gelbe Farbe und satte Komplexität und den Duft nach reifen exotischen Früchten beschert. Lässt man in dann im Mund kreisen, schmeckt man einen ganzen Obstkorb: Ananas, Melone, Pfirsich und sonst noch allerhand Exotisches. Mit saftiger, opulenter Brillanz kommt er daher, die lang und knackig endet. Möchten Sie ihn zum Essen genießen, würden wir in diesem Fall vom Hasenbraten abraten und eher Spaghetti Carbonara empfehlen!



Graham Beck
The Game Reserve
Chenin Blanc 2009
Robertson, Südafrika
Euro 11,90 je 0,75 (1l=€15,87)

28. Juni 2010

Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Als Neuer im Stall ist dieser kraftvolle Rote vom Weingut HOPE genau der richtige Wein nach dem glorreichen Achtelfinale mit deutscher Beteiligung am vergangen Sonntag sowie dem überragenden Sieg gegen Australien im ersten Spiel der Vorrunde. Irgendwie will man ja wieder was "gutmachen" ... :-)
Aber auch für die, die sowieso den ‚drei Löwen’ oder den 'Aussies' die Daumen gedrückt haben, ist er vertretbar, schließlich ist Queen Elizabeth II. australisches Staatsoberhaupt.

HOPE Estate liegt im Herzen des Hunter Valley. Die Trauben für diese kraftvolle Cabernet Merlot-Blend stammen allerdings von den zusätzlichen 28ha eigener Rebanlagen in Western Australia. Weinmacher Michael Hope gab 1994 seinen ursprünglichen Beruf, nämlich Pharmazeut, auf, um sich seiner Leidenschaft, dem Wein, zu widmen.

„The Cracker“
, so der Name der Cuvée, einmal eingeschenkt, hat man das Glas mit einem tief dunkelroten Wein gefüllt, der sofort den Duft nach Brombeere, Blaubeere, Vanille und ein wenig Lakritz verströmt und jeden, der hinein riecht betört. Schluck für Schluck bekommt man dieses Geruchserlebnis dann auch am Gaumen zu spüren, wo die vor allem die Frucht explodiert. Durch die kühlen Witterungsbedingungen des Anbaugebiets hatten die Trauben außerdem die Chance Aromen von Eukalyptus und Minze zu entwickeln und dem Wein damit die nötige Eleganz zu verleihen statt eine fette Fruchtbombe zu werden. Die Tannine sind weich und seidig und geben eine gesunde Struktur, als dass sie pelzig auf der Zunge zurückbleiben. Nur 30% des Weins wurden in amerikanische und französischen Eichenfässern ausgebaut, so dass ein touch Vanille bleibt, aber kein Holzsägewerk und die Frucht in jedem Fall als Sieger hervorgeht ...

HOPE Estate | „THE CRACKER“ Cabernet Merlot 2007 | Western Australia
Euro 14,50 je 0,75
(1l=€19,33)



Foto: Weinlounge Hamburg

3. Mai 2010

2. Wineries Flight Night | Upcoming Friday!!!



Weinmacherrummel in der Weinlounge Hamburg!

Freitag | 07. Mai 2010 | ab 20.00h

“2. WINERIES FLIGHT NIGHT”
Frühlings-Edition


8 Winzer - 40 Weine

Nach unserer ersten und sehr erfolgreichen Veranstaltung im letzten Jahr konnten wir erneut mehr als eine Hand voll Winzer davon überzeugen, ihre Weine bei uns in Hamburg zu präsentieren. Dabei ist Deutschland genauso vertreten wie Frankreich, Spanien und Italien.

Ganz besonders freuen wir uns auf den „weinverrückten“ Parfüm-der-Erde-Macher Dr. Rainer Scholz sowie Florian Brigl von der Tenuta Kornell, der extra aus Süditalien anreist.
Außerdem werden Jürgen Hofmann und Dominic Stern, beides Weinmachertalente aus Deutschland, Ihre Tropfen vorstellen. Aus Spanien stammt natürlich Marco Antonio Aguado, der Ihnen alles zu unserem beliebten „Gelben“, dem Nuestro Roble, aus dem Ribera del Duero erzählen kann.

Sie merken schon, eine Verkostungsgelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte....

Verkostet wird ganz unkonventionell und im Plauderton. Sie “flanieren” von Winzer zu Winzer, probieren und lassen sich Geschichten rund um Weingut, Reben und Weine erzählen.
Wenn das Wetter mitspielt, gibt es Leckeres vom Grill!


Kostenbeitrag: nur Euro 20,00 p.P. - wird vor Ort bezahlt


Anmeldungen gerne verbindlich direkt mit Kontaktdetails an marketing(at)weinlounge.com

14. April 2010

Die 1. Twitter Proms Night


Es wird Zeit, Twitter mal wieder ein Gesicht zu geben, live zu verkosten und gleich persönlich darüber zu sprechen. Sie ahnen schon, ein (neues) nächstes Twitter-Wein-Treffen steht an!

Immer wieder finden die (Wein-) Twitterer dieses Landes einen guten Grund, sich jenseits des Web2.0 in der realen Welt persönlich zu treffen, um dann nicht nur via 140 Zeichen langen Sätzen zu kommunizieren. Aus diesen Treffen sind schon gute Freundschaften hervorgegangen und wenn man sich anschließend bei Twitter wiederbegegnet, versteht man sein "Gegenüber" gleich noch mal besser. Diese Zusammenkünfte, wie z.B. die "Twitter Wine Awards" finden nur leider allzu häufig, um nicht zu sagen ausschließlich, jenseits der Elbe statt. Um diesem Missstand, nämlich der Benachteiligung der Norddeutschen mit wenig Zeit für Deutschland-Reisen, entgegenzuwirken, entstand gemeinsam mit dem Direttore, Twitterern als @GazzettadelVino bekannt, die Idee der

"1. Twitter Proms Night"

in Hamburg. Über den Austragungsort musste nicht lange nachgedacht werden. Klar, dass das Ganze in der Weinlounge Hamburg stattfindet. Statt "promenade" gibt's also Falkenried-Piazza, statt Konzert gibt's Wein. Und weil die "Proms" eigentlich die "promenade series" ist, hoffen wir auf zahlreiche Beteiligung, um damit in Serie gehen zu können.

Die Rahmenbedingungen für dieses vinophile Ereignis lauten wie folgt:

Datum: Samstag, 10. Juli 2010, ab 18.00 Uhr
Ort: Weinlounge Hamburg, Straßenbahnring 17 | Falkenried-Piazza

Pro Person müssen € 39,00 für Essen, Wasser und Toilettenbenutzung entrichtet werden.

Um den Abend ungefähr planen zu können, Anmeldungen bitte bis zum 07. Juli 2010 an marketing(at)weinlounge.com!

Für Wein, Weib und Gesang kann jeder selber sorgen; soll heißen, Probeflaschen, Raritäten aus dem Keller oder was weg muss, sind als Verkostungsmitbringsel mehr als herzlichst willkommen. Alternativ kann selbstverständlich auf das Weinlounge-Sortiment zugegriffen werden frei nach dem Motto "Wein gegen Bezahlung".

Wer also, einen Grund sucht, endlich mal wieder in die "schönste Stadt der Welt" zu reisen oder das Glück hat, hier sowieso zu wohnen, ist herzlich eingeladen, Gast der "1. Twitter Proms Night" zu sein und einen hoffentlich unvergesslichen Abend zu erleben.....

13. April 2010

Von Rotwild, Pinot und einer aufgeräumten Hexenküche | Reise Review 3

Samstag, 13. März 2010 - endlich Sonne! Auf, auf nach Baden, genauer gesagt in den Kraichgau nach Bruchsal. Wer hätte gedacht, dass Bruchsal so viel zu bieten hat. Unter anderem findet man hier eines der schönsten Barockschlösser Deutschlands. Leider war die Zeit aber zu knapp, um eine ausgiebige Sightseeing-Tour zu machen.... Deshalb gleich zum Weingut Klumpp, das am Stadtrand von Bruchsal liegt.



Freundlich von "Patronin" Marietta Klumpp, die an diesem Tag dank ausgeflogenem Ehemann und Söhnen die "Alleinherrschaft" über Hof und Keller hatte, empfangen, stürzten wir uns gleich in die umfangreiche Weinprobe. Endlich konnten wir den neuen Jahrgang 2009 verkosten, denn im Laden waren wir schon seit Wochen klumpptechnisch trocken gefallen.

Manchmal entdeckt man dann sogar bei seinem Winzer, von dem man dachte, man kennt das Sortiment, doch noch eine Überraschung. So auch bei Klumpp. Irgendwie war uns die Existenz von "ROT WILD" wohl bisher entgangen.

ROT WILD

Dieser Perlwein ist genau das Richtige für heiße Sommertage. Dahinter verbirgt sich eine Weißweincuvée, die außerdem mit Johannisbeersaft "angereichert" ist und somit mehr einem spritzigen, leicht säuerlichen Erfrischungsgetränk gleicht, dem man die nur 7% Alkohol sowieso nicht anmerkt, geschweige denn, dass man diese schmeckt. Ein herrlicher Aperitif oder Begleiter durch einen lauen Sommerabend.

Auch ansonsten präsentierte sich der neue Jahrgang mehr als positiv im Glas. Alle Weine haben eine feine Säurestruktur abbekommen, ohne dass die Frucht darunter leidet! Insbesondere der Riesling ist eleganter denn je. Dank der Gastgeberin, wie sie übrigens im Buche steht, konnte uns die nicht enden wollende Verkostungsreihe auch nichts anhaben. So schnell habe ich noch nie eine köstliche Brotzeit auf den Tisch fliegen sehen. Danke, Marietta!
Frisch gestärkt konnten wir dann also die Kellerführung angehen. Begleitet von Familienneumitglied Schäferhund "Pinot", der ganze stolz der Familie,

Klumpp-Hund "Pinot"

ging es los. Zugegebenermaßen ähneln sich die Keller der deutschen Winzer sehr - zumindest wenn erst neuerlich modernisiert wurde oder der Betrieb noch verhältnismäßig jung ist, wie im Falle Klumpp.

Markus Klumpps "Hexenküche" - alles für die Weinanalyse

Marietta Klumpp & Felix Jaeger

Teil von Klumpps Barriquelager

Nach diesem letzten Rundgang auf badischen Boden und guten vier Stunden Aufenthalt im Kraichgau, wurde es dann auch langsam Zeit für uns nach Frankreich zu schielen. Denn es sollte noch am gleichen Tag heißen: Elsass, wir kommen!


Fotos: Weinlounge Hamburg

26. März 2010

Vom Feinschmecker verwöhnt

Von der Zeitschrift DER FEINSCHMECKER verwöhnt werden wir in seiner aktuellen Ausgabe Heft 4 April 2010.



In der Rubrik "Wein Runde" geht es diesmal um den fantastischen Rioja-Jahrgang 2004. In den Test kamen ausschließlich Reserva-Qualitäten, die laut Feinschmecker "das Herzstück der Rotweinkultur in der Rioja" bilden.

Mitverkostet in der Kategorie "Die modernen Mineralischen" wurde auch unser Medrano-Irazu Reserva 2004 von der Bodega Medrano Irazu - 0,75l für 14,50 Euro. Für die Jury "ein Wein mit ausgewogenen Proportionen, dessen etwas strenger Bau nicht über seine Mineralität hinwegtäuschen kann - und auch nicht darüber, dass er noch ein großes Entwicklungspotenzial hat."


Abbildung: Der Feinschmecker Heft 4 April 2010

1. März 2010

Fridolin, Karl-Egon und Willi

Nein, das sind nicht etwa Vornamen unserer Gäste gewesen, die am vergangenen Samstag, 27. Februar 2010, um 18.00h mehr oder weniger pünktlich (der Deutschen Bahn sei Dank) in der ATLAS Wohnküche erschienen sind, um einem französischen 5-Gang-Menü mit korrespondierenden Weinen von Château Montlau zu fröhnen. Vielmehr handelte es sich bei diesen Namen um liebevolle Benennungen einzelner Froschschenkelpaare (Gang No. 3), die auf einem Blech zum Garen in den Ofen geschoben wurden. Aber auch wenn versucht worden ist, eine persönliche Beziehung aufzubauen, gegessen wurden sie trotzdem.

Zu verdanken hatten wir diesen äußerst gelungenen Abend indes Monsieur Armand Schuster de Ballwil, der aus Bordeaux angereist war, einige kleine Weinschätze im Gepäck hatte, um diese äußerst charmant und informativ zu präsentieren.

Angefangen aber hat alles mit einigen Austern, die fröhlich in Château Montlaus Crémant de Bordeaux Blanc "Favory", ein Blanc de Blancs, schwimmen gehen durften. Der nach traditioneller Methode hergestellte Schaumwein aus 65% Sémillion und 35% Muscadelle war genau der richtige Auftakt, um alle Gäste auf das, was folgen sollte, einzustimmen und die anfängliche "Beklemmung" verschwinden zu lassen.

Schnell standen die ersten in der Küche und griffen Stefan, unserem fantastischen (Show-) Koch des Abends, unter die Arme, als die Vorspeise, eine "Bouillabaise mit Sauce Rouille", angerichtet werden musste. Dazu im Glas: Château Montlau Entre-Deux-Mers 2008 versus 2009. Aufgrund der doch sehr kräftigen Fischsuppe, die auf Krustentierfond basierte, konnte sich in diesem Fall der Ältere der beiden Weine durchsetzen. Wer allerdings noch eine der letzten Austern ergattern konnte, hatte mit dem 2009er einen perfekten (neueren) Begleiter zum Muscheltier. Mutig wie wir waren, gab's auch noch einen Rotwein, nämlich Château Fontblanche Bordeaux Rouge 2008 - ohne Holzfassausbau, der mit seiner deutlichen Fruchtbetonung ebenfalls hervorragend als Sparringspartner für die Suppe geeignet war!

Der nächste Zwischengang, "mit Lavendelhonig gratinierter Ziegenkäse an Ratatouille-Salat", verlangte dann allerdings nach mehr.
Nämlich mehr Wein. Ins Feld geworfen wurde
1. Château Montlau Bordeuax Supérieur 2007
2. Château Montlau Bordeaux Supérieur 2005 - aus der Magnum -
und in der Verlängerung zu Gang No. 3, den Froschschenkeln mit Vornamen, außerdem noch
3. Château Montlau Bordeaux Supérieur 1997

Wein No. 3, jetzt auf seinem absoluten Trinkhöhepunkt, wie wir fanden, konnte am meisten begeistern... Obwohl natürlich alle Weine mit ihrer Merlot-Lastigkeit sowieso auf der etwas fruchtigeren Seite sind, haben sich die Tannine durch den Barrique-Ausbau in französischer Eiche beim 1997er jetzt zurückgenommen und sind herrlich eingebunden.
Doch das Ganze war noch steigerungsfähig - sowohl was die Küche
als auch die Weine betraf. Zum wirklich mehr als gelungenen Hauptgang, "Ragout vom Galloway 'à la bourguignon' mit Pilzen an Zuckerschoten, Möhren und Kartoffelgratin", zu dem es noch eine nette Anekdote zu erzählen gibt, kredenzte Monsieur Schuster den Flaggschiffwein seines Weinguts."Hors Sèrie" genannt, ist er, wie der Name schon sagt, etwas "außer der Reihe". Das übrigens deshalb, weil er nur in exzellenten Jahren überhaupt produziert wird. Kein Wunder also, dass wir das Vergnügen hatten, ausgerechnet die Bordeaux-Spitzen-Jahrgänge 2000 und 2005 nebeneinander probieren zu dürfen. Und nicht nur, dass beide Weine perfekt zum geschmorten Rindfleisch passten. Nein, auch zum "Schokoladenmahleur", das sich unter anderem hinter der "Dessertvariation à la Française" verbarg, machten sie eine äußerst gute Figur!
Auch hier lag der ältere Jahrgang logischerweise eine gute Nasenspitze vorne....Dem Reifungsprozess sei Dank!
Das muss schlussendlich auch der Grund dafür gewesen sein, warum 1997 und 2000 zuerst ausgetrunken waren.

Wer noch genügend "Luft" hatte, konnte zu "Tarte Tatin" und "Créme Brulée" wieder auf den Crémant de Bordeaux zurückgreifen - vielleicht auch, um die Lebensgeister wieder ein wenig zu wecken.

Und die Anekdote zum Rind? Fast hätte es keins (also Rind) gegeben. Hamburg war komplett nämlich ausverkauft. Doch Dank des tapferen Einsatzes einer ganzen Restaurant-Crew konnte noch ein Galloway-Rind aus Schleswig-Holstein aufgetrieben werden....

Fazit: Monsieur Schuster hat tolle Weine präsentiert und unterhaltsame Geschichten zum Besten gegeben. Das ATLAS hat mal wieder einen sensationellen Job gemacht - insbesondere Stefan, unser souveräner Koch, und André, unser aufmerksamer Servicemann!
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Wein-&Winzer-Koch-Event und werden uns ganz bestimmt wieder etwas ganz Besonderes ausdenken.... Und wenn Sie wissen möchten, ob Sie daraus:


hätten naschen dürfen, müssen Sie das nächste Mal einfach dabei sein!


Fotos. Weinlounge Hamburg

26. Februar 2010

Rockender Rotwein in der Weinlounge Hamburg

Gestern war es soweit. Zum ersten Mal fand "WEINLOUNGE Family & Friends" in der Weinlounge Hamburg statt. Thema des ersten Abends und damit immernoch ganz dem Wetter angemessen "Rockin' Rotwein".

Immerhin mehr als 2 Dutzend weininteressierte Gäste sind unserem Veranstaltungsaufruf gefolgt und haben sich zum 'vinophilen Stelldichein' (powered by Direttore) von 20.00 bis 22.00 Uhr bei uns eingefunden.

Dem Thema gerecht werdend haben wir 6 Rotweine ausgesucht, die verschiedener nicht hätten sein können - sowohl Länder, Rebsorten und Preise waren in einer breiten Range vertreten. Von einem jungen Ding mit Jahrgang 2008 (Russolo, Massarac Merlot IGT aus dem Friaul für €7,90) bis hin zum alten Sack aus dem Jahr 2004 (Tenuta Kornell, STAVES Merlot Riserva DOC, Südtirol für €24,70) war alles vertreten.

Große Überraschung des Abends war tatsächlich ein deutscher Rotwein! Die Cuvée "St. PODO QbA trocken 2007" vom Weingut Hiestand in Rheinhessen hat unerwartet viele unserer Gäste überzeugt. Obwohl die Rebsorten Dornfelder und Portugieser gerade auf die jüngere Generation immer noch eine nahezu abschreckende Wirkung hat, konnte die Kombination jetzt punkten. Frucht und Würze bilden eine perfekte Harmonie, und der reine Stahltankausbau macht ihn zu einem leichten Zeitgenossen im Glas.

Ebenso beliebt war unser (fast schon Verkaufs-) Klassiker, der "Nuestro Roble 12 Meses 2007" von der Bodegas Diaz Bayo aus der DO Ribera del Duero. 100% feinster Tempranillo verbergen sich in dieser Flasche, der dort erst nach 12monatiger Reifung in französischen Eichenholzfässern hinein durfte. Das Ergebnis ist die perfekte Balance zwischen Schattenmorellen und samtweichen Tanninen. Bester Beweis für das Prädikat "Achtung Suchtgefahr!" war eindeutig die Tatsache, dass von diesem Wein die meisten Flaschen aufgemacht werden mussten.


Last but not least konnten ganz bestimmt auch die hausgemachten Sandwiches überzeugen, die als Grundlage gerne genommen wurden.

Es wurde viel probiert, diskutiert und eingeschenkt. Wir freuen uns schon jetzt auf unser nächstes 'vinophiles Stelledichein' der WEINLOUNGE Family & Friends am nächsten, letzten Donnerstag des kommenden Monats, also am 25. März 2010 - wieder von 20.00 bis 22.00 Uhr! Thema ist diesmal "Spring Break"! Mit dabei ein paar Rote, aber ganz sicher was Weißes....


Fotos: Weinlounge Hamburg