22. November 2010
Und sie lebt doch nicht (mehr)
Dazu empfehlen wir ausnahmsweise keinen französichen Klassisker, sondern eine moderne Weißweincuvée aus dem Norden Italiens! "Doi Raps" heißt das gute Stück Wein aus dem Friaul, in dem sich Weißburgunder, Grauburgunder und Sauvignon Blanc vereinen. Das mag vielleicht genauso experimentierfreudig klingen, wie das Rezept mit dem Schalentier, aber einen Versuch ist es in beiden Fällen garantiert wert.
Warme Austern mit Fenchelschaum
Für 6 Austernfischer
Zutaten
½ Schalotte
200 ml Weißwein
18 Austern
200 ml Sahne
2 Eigelb
1 TL Fenchelsamen
Zubereitung
(1) Die Schalotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Den Wein aufkochen und die Schalotte darin 5 Minuten garen. (2) Die Austern in einen Topf geben, mit dem Wein übergießen und zugedeckt bei schwacher Hitze dämpfen, bis sie sich geöffnet haben. Die Schalentiere herausnehmen und die Deckelschalen entfernen. Achtung: hier ist ein Austernmesser gefragt! Den Austernsaft und den Wein auffangen und durch ein feines Sieb in einen Topf gießen. Mit der Sahne verrühren, die Fenchelsamen zugeben und einkochen lassen. (3) Die Sauce vom Herd nehmen, und erneut durch ein Sieb gießen. Anschließend die Eigelbe unterrühren und die Sauce mit dem Pürierstab schaumig aufschlagen. Die geöffneten Austern mit dem Schaum überziehen und 2 Minuten im 180°C heißen Ofen gratinieren. Anschließend noch mal ein wenig Schaum darüber geben und im Salzbett servieren.
Der Wein
Sie hätten einen Sancerre erwartet? Würde passen, möchten wir aber an dieser Stelle ausnahmsweise nicht empfehlen. Vielmehr beschreiten wir den Pfad der ungewöhnlichen Weinempfehlung und entführen Sie in das Land, das aussieht wie ein Stiefel. „Doi Raps“ heißt unsere Geheimwaffe, hinter der sich eine ungewöhnliche Cuvée aus Weißburgunder, Grauburgunder und Sauvignon Blanc verbirgt. Geografisch befinden wir uns im Norden von Italien, im Friaul, geschmacklich zwischen Ananas und kandierten Früchten. Und wenn Sie sich jetzt Fragen, ob das wirklich mit der Auster zusammengeht, dann können wir nur dringend empfehlen, genau das auszuprobieren!
Russolo | Doi Raps IGT 2008 | Friaul, Italien | Euro 12,90 je 0,75l
(1l=€17,20)
Rezept ist frei entnommen aus Stéphane Reynauds "Vive la France! Das Kochbuch" erschienen im Christian Verlag
13. Oktober 2010
Die süßeste Versuchung
Dieses süße Gold, na ja eigentlich müsste man sagen Rubinrot, aus dem kleinen Weinanbaugebiet Terra Alta im Nordosten Spaniens ist ein kleiner Geheimtipp. Benannt nach der Großmutter Josefina Piñol kann sich die Rebsorte Garnacha hier zu 100% in ihrer vollen Pracht präsentieren.
Fast likörartig bahnt sich der Vi dolç seinen Weg ins Glas, wo er träge zum Erliegen kommt. Sie brauchen Ihre Nase gar nicht tief hineinstecken, um die eingekochten roten Früchte wahrzunehmen.
Machen Sie die Augen zu und Sie würden denken, Hamburger Rote Grütze vor sich zu haben. Kirsche, Brombeere, Himbeere, Johannisbeeren - der komplette Beerenkorb offenbart sich dann auch im Mund begleitet von einer angenehmen Süße und leichten Karamellaromen, die er seinem 5-monatigen Ausbau in neuen französischen Eichenholzfässern zu verdanken hat. Und genau wegen dieses Gesamtkunstwerks braucht es einen adäquaten Nachtisch, der sich ein geschmackliches Stelldichein mit diesem Wein gibt. Ein besseres Denkmal hätten die Piñols ihrer Großmutter gar nicht setzen können!
Celler Piñol | Josefina Piñol Vi dolç 2007 | Terra Alta, Spanien
Euro 13,80 je 0,5l (1l=€27,60)
Ach so, das adäquate Dessert?!
Hier kommt der ultimative, wahnsinnige, beeindruckende, fulminante, fantastische Schokoladenkick! Unser Rendevouz für „Josefina Piñol“. Ein Traumpaar, das sich gesucht und gefunden hat! Nur backen und die Flasche öffnen müssten Sie selber, um das Paar zu einem Happy End zu führen!
Schokotörtchen mit zerfließendem Herz
35g Mehl, gesiebt
40g Puderzucker, gesiebt
80g gemahlene Mandeln
2 Eiweiß, gequirlt
80g Butter, geschmolzen
160g Zartbitterschokolade, geschmolzen
4 kleine Stücke Zartbitterschokolade á 10g
Himbeeren als Garnitur
Den Ofen auf 150 Grad vorheizen. Mehl, Puderzucker, gemahlene Mandeln, Eiweiß, Butter und geschmolzene Schokolade gut verrühren. Die Hälfte der Masse in 4 ofenfeste, sparsam gefettete, kleine Souffléförmchen (Durchmesser etwa 10cm) verteilen, jeweils ein Stück Schokolade hinein geben und mit der restlichen Teigmasse auffüllen. 20 Minuten im Ofen backen – so lange jedenfalls bis der Teig durchgebacken ist. Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten ruhen lassen, dann auf Dessertteller stürzen. Mit Himbeeren servieren. Und selbstverständlich Josefina Piñol dazu genießen!
Mehr geht nicht!
15. September 2010
Der 5. Food Market Hamburg ...
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| Und was trinken Sie...? |
| Krauß & Koegler |
| Liebevoll dekoriert... |
| ...und beschriftet! |
www.weinloungeonline.de
Fotos: Weinlounge Hamburg
14. April 2010
Die 1. Twitter Proms Night

Es wird Zeit, Twitter mal wieder ein Gesicht zu geben, live zu verkosten und gleich persönlich darüber zu sprechen. Sie ahnen schon, ein (neues) nächstes Twitter-Wein-Treffen steht an!
Immer wieder finden die (Wein-) Twitterer dieses Landes einen guten Grund, sich jenseits des Web2.0 in der realen Welt persönlich zu treffen, um dann nicht nur via 140 Zeichen langen Sätzen zu kommunizieren. Aus diesen Treffen sind schon gute Freundschaften hervorgegangen und wenn man sich anschließend bei Twitter wiederbegegnet, versteht man sein "Gegenüber" gleich noch mal besser. Diese Zusammenkünfte, wie z.B. die "Twitter Wine Awards" finden nur leider allzu häufig, um nicht zu sagen ausschließlich, jenseits der Elbe statt. Um diesem Missstand, nämlich der Benachteiligung der Norddeutschen mit wenig Zeit für Deutschland-Reisen, entgegenzuwirken, entstand gemeinsam mit dem Direttore, Twitterern als @GazzettadelVino bekannt, die Idee der
"1. Twitter Proms Night"
in Hamburg. Über den Austragungsort musste nicht lange nachgedacht werden. Klar, dass das Ganze in der Weinlounge Hamburg stattfindet. Statt "promenade" gibt's also Falkenried-Piazza, statt Konzert gibt's Wein. Und weil die "Proms" eigentlich die "promenade series" ist, hoffen wir auf zahlreiche Beteiligung, um damit in Serie gehen zu können.
Die Rahmenbedingungen für dieses vinophile Ereignis lauten wie folgt:
Datum: Samstag, 10. Juli 2010, ab 18.00 Uhr
Ort: Weinlounge Hamburg, Straßenbahnring 17 | Falkenried-Piazza
Pro Person müssen € 39,00 für Essen, Wasser und Toilettenbenutzung entrichtet werden.
Um den Abend ungefähr planen zu können, Anmeldungen bitte bis zum 07. Juli 2010 an marketing(at)weinlounge.com!
Für Wein, Weib und Gesang kann jeder selber sorgen; soll heißen, Probeflaschen, Raritäten aus dem Keller oder was weg muss, sind als Verkostungsmitbringsel mehr als herzlichst willkommen. Alternativ kann selbstverständlich auf das Weinlounge-Sortiment zugegriffen werden frei nach dem Motto "Wein gegen Bezahlung".
Wer also, einen Grund sucht, endlich mal wieder in die "schönste Stadt der Welt" zu reisen oder das Glück hat, hier sowieso zu wohnen, ist herzlich eingeladen, Gast der "1. Twitter Proms Night" zu sein und einen hoffentlich unvergesslichen Abend zu erleben.....
1. März 2010
Fridolin, Karl-Egon und Willi
Zu verdanken hatten wir diesen äußerst gelungenen Abend indes Monsieur Armand Schuster de Ballwil, der aus Bordeaux angereist war, einige kleine Weinschätze im Gepäck hatte, um diese äußerst charmant und informativ zu präsentieren.
Schnell standen die ersten in der Küche und griffen Stefan, unserem fantastischen (Show-) Koch des Abends, unter die Arme, als die Vorspeise, eine "Bouillabaise mit Sauce Rouille", angerichtet werden musste. Dazu im Glas: Château Montlau Entre-Deux-Mers 2008 versus 2009. Aufgrund der doch sehr kräftigen Fischsuppe, die auf Krustentierfond basierte, konnte sich in diesem Fall der Ältere der beiden Weine durchsetzen. Wer allerdings noch eine der letzten Austern ergattern konnte, hatte mit dem 2009er einen perfekten (neueren) Begleiter zum Muscheltier. Mutig wie wir waren, gab's auch noch einen Rotwein, nämlich Château Fontblanche Bordeaux Rouge 2008 - ohne Holzfassausbau, der mit seiner deutlichen Fruchtbetonung ebenfalls hervorragend als Sparringspartner für die Suppe geeignet war!
Der nächste Zwischengang, "mit Lavendelhonig gratinierter Ziegenkäse an Ratatouille-Salat", verlangte dann allerdings nach mehr.
Nämlich mehr Wein. Ins Feld geworfen wurde
1. Château Montlau Bordeuax Supérieur 2007
2. Château Montlau Bordeaux Supérieur 2005 - aus der Magnum -
und in der Verlängerung zu Gang No. 3, den Froschschenkeln mit Vornamen, außerdem noch
3. Château Montlau Bordeaux Supérieur 1997
Doch das Ganze war noch steigerungsfähig - sowohl was die Küche
als auch die Weine betraf.
Auch hier lag der ältere Jahrgang logischerweise eine gute Nasenspitze vorne....Dem Reifungsprozess sei Dank!
Das muss schlussendlich auch der Grund dafür gewesen sein, warum 1997 und 2000 zuerst ausgetrunken waren.

Wer noch genügend "Luft" hatte, konnte zu "Tarte Tatin" und "Créme Brulée" wieder auf den Crémant de Bordeaux zurückgreifen - vielleicht auch, um die Lebensgeister wieder ein wenig zu wecken.
Und die Anekdote zum Rind? Fast hätte es keins (also Rind) gegeben. Hamburg war komplett nämlich ausverkauft. Doch Dank des tapferen Einsatzes einer ganzen Restaurant-Crew konnte noch ein Galloway-Rind aus Schleswig-Holstein aufgetrieben werden....
Fazit: Monsieur Schuster hat tolle Weine präsentiert und unterhaltsame Geschichten zum Besten gegeben. Das ATLAS hat mal wieder einen sensationellen Job gemacht - insbesondere Stefan, unser souveräner Koch, und André, unser aufmerksamer Servicemann!
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Wein-&Winzer-Koch-Event und werden uns ganz bestimmt wieder etwas ganz Besonderes ausdenken.... Und wenn Sie wissen möchten, ob Sie daraus:
hätten naschen dürfen, müssen Sie das nächste Mal einfach dabei sein!
Fotos. Weinlounge Hamburg
24. Februar 2010
In 4530 Minuten geht die Senkrechte in die Gerade
Monsieur Schuster ist Schweizer, genauer gesagt Luzerner. Seit 1970 besitzt er das hoch über dem Dordogne-Tal in Bordeaux gelegene, prächtige Anwesen "Château Montlau". Und nicht nur das. Er ist außerdem Grand-Maître der Connétablie de Guyenne, der bereits 1152 gegründeten ältesten Bordeaux-Winzergilde.
Acht Weine hat er insgesamt im Gepäck - von seinem Schaumwein "Favory", einem Crémant de Bordeaux, bis hin zum Topgewächs "Hors Série", ein Bordeaux Supérieur Fût de Chéne, von dem wir 2 Jahrgänge nebeneinander probieren. Dazwischen lockt noch etwas spritziges Weißes sowie eine weitere 3er Vertikale.Doch nicht nur die Weine werden ein Ausflug in das Herz Frankreichs. In der offenen Showküche der ATLAS Wohnküche wird uns unser Koch das korrespondierende 5-Gang-Menü zaubern. Fragen dazu sind ausdrücklich erwünscht.
Wir starten mit ein paar Austern zum Aperitif, bevor alle an der Tafel Platz nehmen dürfen, und es ans Eingemachte geht. Während in der Showküche der erste Gang, "Bouillabaisse avec Sauce Rouille", vorbereitet wird, wird Monsieur Schuster die einleitenden Worte zu seinem Château und den ersten Weinen sprechen.
Weiter geht es mit "Tomme de chèvre gratinée avec miel de lavande et une salade de ratatouille", womit wir uns auch gleichzeitig in die erste Vertikale begeben, die wir bis zum dritten Gang "Cuisses de grenouilles sautées à l’ail et au persil" durchziehen. Dieser wird übrigens sicher die Überraschung des Abends, bevor wir uns mit großen Schritten dem Hauptgang "Ragout „à la bourguignon - äh bordelaise -“ avec champignons, légumes et gratin de pommes de terre" nähern. Zu dem erwartet uns die zweite Vertikale. Der Nachtisch wird eine entspannte Runde mit einer "Dessertvariation à la Française". Dazu können sie weiter den Rotwein genießen, einen Schluck Crémant nachverkosten oder einfach nur einen Kaffee trinken.
Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, noch schnell auf unseren Zug ins Bordeaux aufzuspringen, bitte schön! Wir sind uns sicher, nicht nur das Essen und die Weine, sondern ebenso Monsieur Schusters spannende Geschichten werden Ihnen gefallen.....
Das Last-Minute-Ticket lösen Sie für Euro 85,00 pro Person.
Ausschließlich verbindliche Anmeldungen via Telefon 040 - 42 93 87 18, per E-Mail an marketing(at)weinlounge.com oder über unsere Homepage www.weinlounge.com -> Link "Events"
Gegessen & getrunken wird in der
ATLAS Wohnküche | im Phoenixhof | Schützenstrasse 9a | 22761 Hamburg
Foto: Weinlounge Hamburg
15. Februar 2010
Eidgenossen

Am Samstag, 06. Februar 2010, haben wir es wahr gemacht! Es gab "Käsefondue" statt "Wein und Käse" in der Weinlounge Hamburg.
Mehr als ein Dutzend Käasefondue-Fans fanden sich an diesem kalten Samstagabend zum Brottunken bei uns ein. Dank der Unterstützung durch die Schweiz Tourismus in Hamburg konnten wir sowohl den Laden als auch die Tische adäquat ausstatten. Neben Fahnen, Flaggen und Menükarten war eine Girlande mit den 26 Kantonsfahnen das Highlight. Diese inspirierte selbstredend gleich zu einem Quiz frei nach dem Motto "Wer hat's erfunden?".
Gestartet wurde mit einer Kalbskraftbrühe mit Gemüse und Pilzeinlage. Beim nachfolgenden Käsefondue kamen klassisch Käse, nämlich Gruyère, Appenzeller und Emmentaler (ok, bei den Käsesorten haben wir ein wenig frei interpretiert), Weißwein, Kirschbrand sowie Stärke zum Einsatz. Im Anschluss konnte, wer noch wollte, ein Toblerone-Mousse verdrücken.
Das Wichtigste waren aber natürlich die begleitenden Weine. Selbstverständlich haben wir die Veranstaltung zum Anlass genommen, die Sortimentslücke Schweizwein zu schließen.
Neben den "Vorzeigeweinen" der Alpenrepublik, dem Fendant und Dôle, die wir uns von Winzer Albert Mathier et Fils aus dem Wallis ausgesucht haben, ist allerdings der "weiße Merlot" das Highlight der Kollektion!

Delea
"Chiar di Luna"
Bianco di Merlot DOC 2009
Tessin | Schweiz
0,75l für €13,90 (1l=€18,53)
Das Schmuckstück aus dem Tessin, wo Merlot auf 85% der Gesamtrebfläche angebaut wird, ist unser ganzer Stolz. In Zürich zum ersten Mal verkostet, war es lange eine echte Herausforderung diese "Kuriosität", einen weißgekelterten Merlot, für unser Sortiment zu finden. Die Schweizer haben nämlich leider die Angewohnheit, ihre besten Weine selber zu trinken und nur wenig für den Export übrig zu lassen. Umso glücklicher waren wir über diesen Zufallsfund.
Wie schmeckt denn nun so ein Bianco di Merlot?
Die einfache Antwort: Fantastisch!
Die etwas längere: Beginnen wir mit der Farbe, präsentiert sich diese erstaunlich hell mit leicht grünlichen Reflexen im Glas. Das ganze Gegenteil also von einem ebenfalls weißgekelterten Blanc de Noirs, der oftmals fast rosa schimmert, da sich beim Pressen durchaus noch Farbpigmente in den Rebsaft verirren. Am Gaumen dann doch ein ganzer Merlot. Volle Fruchtintensität paart sich mit schneidiger Eleganz und erfrischender Länge. Eine Säure ist da, aber keine störende, sondern vielmehr eine, die alles perfekt zusammenhält. Wenn auch nicht die Farbe, so lässt sich vieles der typischen merlot-Eigenschaften ableiten. Und dennoch ist das Geschmackserlebnis irgendwie anders.
Unsere Empfehlung: Einfach probieren; denn ein Schluck sagt mehr als tausend Weinbeschreibungen....
Fotos: Weinlounge Hamburg
13. November 2009
TruffleLoversClub becomes MeatLoversClub back again
Stolz ein paar großartige Weine verkostet zu haben....
...beendeten wir den Abend "zünftig" mit einem Gin Tonic an der Bar!

An dieser Stelle auch noch mal ein dickes, dickes Dankeschön an das gesamte Team des ATLAS', ohne das der ganze Abend nicht möglich gewesen wäre. Denn es ist sicherlich nicht selbstverständlich, so ein Menü an einem Samstagabend in einem voll besetzten Restaurant außerhalb der üblichen Speisekarte genießen zu dürfen! Grazie mille!!!
11. November 2009
Abendessen mit Trüffel (4)
Auf dem Teller finden sich (pro Person) ein 300g schweres American Beef, Blattrahmspinat und eine Portion hausgemachte Pommes Frites. Und weil wir ja den Trüffel so überaus großzügig eingekauft hatten, konnte auch bei diesem Gang munter über das Fleisch gehobelt werden, was das Zeug hielt ... ein gewisser Dekadenz-Faktor lässt sich nicht wegdiskutieren, aber (VERSPROCHEN!) wir machen das wirklich nicht jeden Tag!
Jetzt musste natürlich auch das Highlight der Verkostungsreihe ins Glas (zumindest was den Preis betrifft, war der Wein das). Ob es auch der geschmackliche Höhepunkt war, durfte jeder für sich entscheiden. Wir fanden ihn jedenfalls ganz groß!
Der "2004er Vigneto Campè Barolo DOCG", den die Rivettis jedes Jahr von den vier Hektar in der Gemeinde Grinzane Cavour ernten, verdient hohen Respekt. Dieser Barolo ist ein Kraftprotz, der mit seinen kräftigen Aromen, die an Trüffel (!), Straße und Petrol erinnern, sofort begeistert. Gleichzeitig zeigt er sich aber auch von einer sanften Seite, die von Fruchtaromen geprägt wird. Viel frische, dunkle Beeren in der hauptsache. Dazu gesellt sich eine fruchtige Säure, die ihm einen langen Abgang beschert. Seine Gerbstoffe übrigens sind immer präsent, aber nie unangenehm oder störend. Vielmehr fügen sie sich perfekt in das Gesamtbild des Weines ein. Schlußendlich ein Barolo, der sich hinter keinem seiner Konkurrenten - auch aus Spitzenlagen - zu verstecken braucht! Im Gegensatz zu den anderen Etiketten des Weinguts La Spinetta ziert das Flaschenetikett nicht Dürers Rhinozeros, sondern sein Löwe. Ein dezenter Hinweis auf die Kraft und Herrschaftlichkeit des Weines?
Das Dessert konnte leider nur in flüssiger Form genossen werden. Ursprünglich war hier ein "Ofenschlupfer" oder ähnliches vom Piemonteser Panettone (original von Süßwarenpapst Ferrero) vorgesehen. Angesichts der Menüstrecke vorher war hieran aber überhaupt nicht mehr zu denken. Stattdessen genehmigten wir uns, auch um "wieder runter zu kommen", einen "2005er Dolcetto D'Alba" abgefüllt für Mr. Kinderschokolade himself Michele Ferrero. Dank der Tanninbomben vorher kam uns dieser Rote nun wie ein fruchtiges Leichtgewicht vor - samtig und schmelzig im Glas mit voller Frucht und tief rubinroter Farbe. Genau das Richtige also, um den Abend bei Tisch ausklingen zu lassen und danach an die Bar zurück zu wechseln.

Fotos: Weinlounge Hamburg
Abendessen mit Trüffel (3)
Jetzt musste Hochkarätiges aus dem Hause La Spinetta her. Nämlich die Weine der Cru-Lagen im Piemont. Im Glas also zur Trüffelnudel einer der Top-Weine von Rivetti.

"Barbaresco Cru Starderi Vursu DOCG 2005" - was für ein Kraftprotz. Obwohl 3 Stunden vorher dekantiert, lassen sich seine kräftigen Tannine kaum verbergen, was ihn schon in der Nase sehr stämmig wirken lässt. Gut, dass viel Trüffel auf der Nudel war. Im Geschmack dominiert die Kirsche. Der Gaumen stößt hier und da am Gerbstoff an, was aber erstaunlicherweise gar nicht unangenehm wirkt. In jedem Fall ist er in so jungen Jahren ein guter Essensbegleiter und (noch) nicht zum solo trinken. Lagerpotential ist also auf jeden Fall vorhanden!
Fotos: Weinlounge Hamburg
7. November 2009
Abendessen mit Trüffel (2)
Als erstes Zwischengericht wartete die Küche des ATLAS mit Kartoffelpüree und pochiertem Ei auf. Getrüffelt wurde der Kartoffelbrei dann natürlich in einem feierlichen Akt von uns selber: Weck-Glas auf, Trüffel No.1 vorsichtig heraus nehmen und dann über die Teller hobeln, was das Zeug hält.
Natürlich wurde auch zu diesem Gericht wieder tief in die La Spinetta-Kiste gegriffen. Als passenden Begleiter kürten wir den "Langhe Nebbiolo Vigneto Starderi DOC 2006". Rechtzeitig dekantiert macht er tatsächlich trotz seines jungen Jahrgangs jetzt schon Spaß. Die feine Gerbstoffstruktur, die sich zwar präsent, aber dabei sehr elegant durch das Pflaumen- und Johannisbeeraroma schiebt, passte hervorragend zu Kartoffel und Trüffel. Hinten heraus sind dezente Pfefferminzaromen spürbar und die obligatorische, aber nicht unangenehme Säure des Nebbiolo sorgt für eine angenehme Länge. Delicato!

Fotos: Weinlounge Hamburg
4. November 2009
Abendessen mit Trüffel (1)

Natürlich hat er die für Moscato typische Restsüße, die hier aber weder klebrig noch unangenehm erscheint. Er wirkt eher erfrischend und verblüfft mit leichten Teearomen. Sehr, sehr feiner Stoff, der sofort alle schlimmen Vorurteile, die man seit den plörrigen Astis der 80er Jahre hat, entkräftet.
Zu Tisch, zu Tisch hieß es dann... Und weiter ging es mit Spinettas Chardonnay Reserve der Extraklasse: "Lidia 2006 DOC"
Und obwohl im Barrique ausgebaut, von Holzhammer keine Spur! Eine saubere Mineralität und fein strukturierte Säure gepaart mit unauffälligen Butterkaramellnoten. Alle waren einhellig der Meinung, dass es fast zu schade war, ihn jetzt schon zu trinken. Vielleicht sprechen wir über diesen Jahrgang in 15 Jahren noch mal. Denn genau soviel Lagerpotential geben wir ihm.
In jedem Fall war er nichtsdestotrotz der passende Begleiter zu unserer ersten Station dieses noch lange dauernden Menüs. Und das hieß ganz simpel: Brot und Olivenöl. Natürlich immer noch unserem Winzer die Treue zeigend mit Olivenöl von, ja richtig, La Spinetta.

Die Oliven für dieses Öl stammen aus der Toskana, von Rivettis Zweitweingut. Ganz typisch für hochwertige Olivenöle ist seine leichte Schärfe, die noch lange am Gaumen kitzelt. Zusammen mit selbst gebackenem Weißbrot ein schöner Magenöffner...
Und dann endlich, der erste Rotwein nahte - zusammen mit der Vorspeise: "Bionzo 2006 DOC Barbera D'Asti Superiore" zu Wildconsommé mit Preiselbeermaultaschen. Überflüssig zu erwähnen, dass der Barbera D'Asti eine perfekte Ergänzung zu den Preiselbeermaultaschen war. Frucht und Frucht gesellt sich eben gerne. Und die kräftige Wildconsommé machte die Gerbstoffe leicht verdaulich auf der Zunge.

Ein grandioser Auftakt unseres 4-Gang-Menüs, der mehr als viel versprechend war und ahnen ließ, was da noch kommen würde.
Fortsetzung folgt (genauso wie dann auch endlich mit dem schon so oft erwähnten Trüffel)...!
Fotos: Weinlounge Hamburg
3. November 2009
MeatLoversClub goes TruffleLoversClub
Und so trafen sich 6 ess- und trinkfreudige Freunde der Weinlounge, um beste Piemonteser Weine und weißen Alba Trüffel im ATLAS Restaurant zu genießen.
Fortsetzung folgt!
1. Oktober 2009
Tapas + Wein = The Tapas Wine



Genau so kann es aussehen, wenn ein spanischer Winzer einen Tapas-Wein kreiert. Ganz hübsch, oder? Aber ehrlich, nicht nur die Verpackung überzeugt, sondern auch der Inhalt. Mit einer Cuvée aus Alicante Bouschet, Syrah und Monastrell findet sich hier eine nicht ganz Spanien typische Komposition in der Flasche. Und trotz der Tannin starken Rebsorten, der selten angebuaten Alicante Bouschet und der kleinbeerigen und dickhäutigen Monastrell-Traube, kann der Syrah diese mit einer wunderbaren Frucht abfedern. Insgesamt also ein runder Genuss mit viel Beeren-Aroma und leichten Würznoten bei einem butterweichen Finale. ¡Salud!
Das Anbaugebiet Jumilla, aus dem "The Tapas Wine" stammt, ist Teil der großen Region Levante, zu der außerdem Yecla und Alicante gehören. Wir befinden uns also im Südosten Spaniens mit einem konstanten Mittelmeerklima. Bekannt ist es hauptsächlich für die Rebsorte Monastrell.
Und weil man droht, nach diesem Wein "süchtig" zu werden, ist es gut, dass die passende Tapas-Begleitung gleich auf dem Etikett aufgedruckt ist... Da spart man sich das Kochbuch!
The Tapas Wine Collection | Vino Tinto de Mesa 2007
Jumilla, Spanien | 0,75l für € 7,95 (1l=€10,60) inkl. MwSt.
Fotos: Weinlounge Hamburg
28. August 2009
Grill mit Jakobsmuschel | BBQ Experience No. 2
Nach bekundeter iMovie-Abhängigkeit geht unser BBQ Experience jetzt in die zweite Runde. Diesmal kommen Jakobsmuscheln auf den Grill und dazu gibt's den passenden Salat und Wein. Da wir auch die Vorbereitungen ins rechte Bild gerückt haben, warten wir außerdem mit einem Küchenwein auf!
Mehr über die Weine kann man im Blog-Post "Vierter Twittersalesday" erfahren....
17. August 2009
Grillen mit Huhn & Co. | BBQ Experience No. 1
Auf YouTube kann die Welt unser erstes "Grillvideo" schon länger begutachten. Nun also auch auf unserem Blog.
Nachdem die iMovie-Abhängigkeit immer größer wird, haben wir hier also wieder einen schönen Versuch, unsere Aktivitäten "auf Film" zu bannen. Das Thema ist Grillen, wie unschwer zu erkennen ist. Hauptdarsteller ist ein französisches Maishuhn, dem ordentlich Butter und Kräuter unter die Haut geschoben worden sind. Dem Federtier folgten Roastbeef mit Garnele, also "Surf & Turf", sowie in Rum marinierte Spare Ribs. Für die ausführliche Weinbeschreibung haben wir uns für den Begleiter zu den Spare Ribs entschieden: Casa Silva, Quinta Generacion 2005 aus Chile. Genau dieser Wein war übrigens auch einer der drei Grill-Granaten, die wir an unserem 3. Twittersalesday angeboten haben! Glücklich der, der bei dem Paket zugeschlagen hat und jeztt mitreden kann.
Doch sehen Sie selbst...
10. August 2009
Regionale Genüsse
Regionale Genüsse stehen beim nunmehr 4. Hamburger Food Market, den die Zeitschrift DER FEINSCHMECKER und der Großmarkt Obst, Gemüse und Blumen Hamburg in der Großmarkthalle am ersten Septemberwochenende, Sa., 5. und So., 6. September 2009, gemeinsam initiieren, im Vordergrund.Das bedeutet, dass sich die Besucher regionale Produkte, wie Obst, Gemüse und vielerlei hausgemachte Erzeugnisse, freuen können sowie über 20 Restaurants der Region, deren Köche mit kleinen, feinen Gerichten aufwarten werden. Vieles kann man kaufen bzw. gegen einen fairen Kostenbeitrag verkosten.

Die Weinlounge Hamburg ist mit Pesto- und Marmeladen-Macherin Marge Ziegler, FeineCreationen, vor Ort, die die Besucher mit verschiedenen Pasta-Gerichten sowie Obst-Joghurts verwöhnen wird. Dazu oder solo kann ein Schlückchen von einem unserer ausgesuchten Weine genossen werden.
Ein Besuch lohnt sich also doppelt!
Öffnungszeiten: Sa. 11h - 19h und So. 10h - 16h
Der Eintritt ist frei!
Anfahrtsbeschreibung
Logo: Hamburger Food Market - Der Feinschmecker
21. Juli 2009
15. März 2009
SAN FRANCISCO (5)
Also lassen wir die Golden Gate Bridge (hätte ich mir dann doch beeindruckender vorgestellt) hinter uns Richtung Napa Valley.
Erste Station an diesem Tag ist allerdings nicht Napa, sondern Carneros. Die "Carneros Appellation" liegt 5 Meilen südlich von der Stadt Sonoma und ist geprägt durch ein kühles, von der Küste beinflusstest Klima. Das kommt insbesondere dem Chardonnay und Pinot Noir zugute. Das Weingut SCHUG Carneros Estate ist das Ziel!
Nach herzlichem Empfang von Walter Schug, der bereits seit 1973 in Kalifornien Wein macht (damals noch für die Joseph Phelps Vineyards im Napa Valley) und seit Ende der 1980er sein eigenes Weingut hat, und anschließender Kellertour ging es dann an die Verkostung aller Schug Weine .... Um aber niemanden mit einer langen Verkostungsliste zu langweilen, hier unsere beiden Favourites:
2007 Chardonnay, Carneros
Notiz: In der Farbe ein kräftiges strohgelb, das vom 8-monatigen Ausbau auf der Hefe (sur lie) in französischen Eichenfässern (davon 22% neu) herrührt, bringt er in der Nase frische Zitrusaromen, Ananas sowie leichte Vanillearomen und Butterscotch hervor. Im Mund macht sich anfänglich die frische Fruchtigkeit breit und eine überraschend präsente Säure trägt den Wein noch lange über den Gaumen. Erfreulich langer Abgang, der von der Cremigkeit der Vanille- und Karamellaromen geprägt ist. Alles in allem ein unglaublich junger Wein, der wie seine französichen Pendants noch mindestens 5 Jahre Reifepotential hat.
Wen's interessiert: Kostenpunkt ca. Euro 28,00 inkl. MwSt. in Europa
2006 Pinot Noir, Carneros "Heritage Reserve"
Notiz: Was für ein Fest. Macht man die Augen zu, könnte man denken, man sei in Frankreich. Elegante Kirscharomen gepaart mit einer schönen süßholzigen Würze steigen in die Nase. Öffnet man die Augen hat man einen rubinroten Wein im Glas, der am Gaumen mit seidigen Tanninen glänzt. Die Frucht ist präsent, aber man ahnt schon, dass die Tannine noch viel weicher werden können, genauso wie die Säure, die die Frucht noch lange trägt. Bitte jetzt kaufen (wegen der Preisentwicklung) und wer Zeit hat, darf ihn gerne noch mind. 7 Jahre im Keller vergessen...
Wen's interessiert: Kostenpunkt ca. 50,00 Euro inkl. MwSt. in Europa
Was übrigens für alle Weine gilt: Walter Schugs "deutsche" Winzer-Handschrift ist deutlich. Und das ist als Kompliment gemeint! Behilflich beim Machen seiner exzeptionellen Chardonnays und Pinot Noirs sind ihm einerseits sein jahrzehntelanges Know How der Weinbereitung, die Kenntnis der französischen Weinwelt sowie ein unglaublich intelligenter und respektvoller Umgang mit der Traube und dem Terroir (und Wine Maker Michael Cox).
Es sei noch erwähnt, dass wir nach unserem 4 (!) stündigen Aufenthalt bei Schug nur noch ins Hotel eingecheckt sind (sehr nett!) und uns ein Abendessen in einem vom Reiseführer empfohlenen Restaurant gegönnt haben ... Der Reiseführer hatte Recht. Das Essen war ansehnlich und gut und die Weinkarte auch.
Wir haben getrunken:
StoneFly, Cabernet Franc 2005
Stag's Leap, Merlot 2005


Beide beeindruckend gut und erstaunlich "europäisch". Lucky we are.
Text: Cirsten Kessler



