11. November 2009

Abendessen mit Trüffel (4)

Das Finale!
Auf dem Teller finden sich (pro Person) ein 300g schweres American Beef, Blattrahmspinat und eine Portion hausgemachte Pommes Frites. Und weil wir ja den Trüffel so überaus großzügig eingekauft hatten, konnte auch bei diesem Gang munter über das Fleisch gehobelt werden, was das Zeug hielt ... ein gewisser Dekadenz-Faktor lässt sich nicht wegdiskutieren, aber (VERSPROCHEN!) wir machen das wirklich nicht jeden Tag!




Jetzt musste natürlich auch das Highlight der Verkostungsreihe ins Glas (zumindest was den Preis betrifft, war der Wein das). Ob es auch der geschmackliche Höhepunkt war, durfte jeder für sich entscheiden. Wir fanden ihn jedenfalls ganz groß!



Der "2004er Vigneto Campè Barolo DOCG", den die Rivettis jedes Jahr von den vier Hektar in der Gemeinde Grinzane Cavour ernten, verdient hohen Respekt. Dieser Barolo ist ein Kraftprotz, der mit seinen kräftigen Aromen, die an Trüffel (!), Straße und Petrol erinnern, sofort begeistert. Gleichzeitig zeigt er sich aber auch von einer sanften Seite, die von Fruchtaromen geprägt wird. Viel frische, dunkle Beeren in der hauptsache. Dazu gesellt sich eine fruchtige Säure, die ihm einen langen Abgang beschert. Seine Gerbstoffe übrigens sind immer präsent, aber nie unangenehm oder störend. Vielmehr fügen sie sich perfekt in das Gesamtbild des Weines ein. Schlußendlich ein Barolo, der sich hinter keinem seiner Konkurrenten - auch aus Spitzenlagen - zu verstecken braucht! Im Gegensatz zu den anderen Etiketten des Weinguts La Spinetta ziert das Flaschenetikett nicht Dürers Rhinozeros, sondern sein Löwe. Ein dezenter Hinweis auf die Kraft und Herrschaftlichkeit des Weines?

Das Dessert konnte leider nur in flüssiger Form genossen werden. Ursprünglich war hier ein "Ofenschlupfer" oder ähnliches vom Piemonteser Panettone (original von Süßwarenpapst Ferrero) vorgesehen. Angesichts der Menüstrecke vorher war hieran aber überhaupt nicht mehr zu denken. Stattdessen genehmigten wir uns, auch um "wieder runter zu kommen", einen "2005er Dolcetto D'Alba" abgefüllt für Mr. Kinderschokolade himself Michele Ferrero. Dank der Tanninbomben vorher kam uns dieser Rote nun wie ein fruchtiges Leichtgewicht vor - samtig und schmelzig im Glas mit voller Frucht und tief rubinroter Farbe. Genau das Richtige also, um den Abend bei Tisch ausklingen zu lassen und danach an die Bar zurück zu wechseln.



Fotos: Weinlounge Hamburg

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